Fußball total: Das erwartet die TV-Zuschauer zur EM

Mainz - Näher dran, hintergründiger denn je, aber nicht teurer - auch in Zeiten weniger prall gefüllten Kassen versprechen ARD und ZDF für die EM vom 8. Juni bis 1. Juli in Polen und der Ukraine Fußball pur fast rund um die Uhr.

 „Wir bewegen uns etwa im gleichen Kostenrahmen wie bei der EM-Endrunde 2008 in Österreich und der Schweiz, und das bei erheblich weiteren Reisewegen“, sagte ARD-Teamchef Jörg Schönenborn bei der gemeinsamen Präsentation der beiden öffentlich-rechtlichen Anstalten in Hamburg. Jeweils knapp zehn Millionen Euro sollen sich die beiden TV-Station das gut dreiwöchige Spektakel in acht Städten kosten lassen. Dabei setzt die ARD den Schwerpunkt bei der Präsenz in den Stadien, mit einem Fußball-Strand in Heringsdorf auf Usedom setzt das ZDF dagegen.

Das vorpommersche Kaiserbad ist nur wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt. An der Ostsee ist auch der feste Standort von ZDF-Experte Oliver Kahn, der ehemalige Nationaltorhüter wird seinen TV-Vertrag bis 2015 verlängern. „Wir wollen die Fernsehzuschauer mit vielen Informationen in unser Boot holen“, sagte der einstige „Titan“. ARD-Kollege Mehmet Scholl hingegen ist ständiger Live-Gast bei den Spielen der deutschen Mannschaft, „für die ein guter Start extrem wichtig sein wird“, wie der ehemalige Bayern-Profi.

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Die ARD beginnt die Live-Berichterstattung am 8. Juni (18.00) in Warschau mit der Übertragung des Eröffnungsspiels zwischen Polen und Griechenland. Mit dem Endspiel am 1. Juli (20.45 Uhr MESZ) in Kiew endet im ZDF der Reigen der insgesamt 31 EM-Spiele. Bei zeitgleich stattfindenden Begegnungen wird eine Partie parallel in einem digitalen Satelliten-Programm gesendet. Wer in solchen Fällen eher eine Konferenzschaltung schätzt, kann auf den ARD-Hörfunk zurückgreifen. Der federführende WDR kündigte darüber hinaus Vollreportagen aller deutschen Spiele sowie sämtlicher Partien ab dem Viertelfinale an. 30 Mitarbeiter umfasst das Radio-Team, jeweils das Zehnfache rekrutieren ARD und ZDF für ihre TV-Crews.

Mitgezählt dabei sind aber auch Journalisten, die sich um die Hintergründe außerhalb der Arenen zwischen Posen und Donezk kümmern sollen. Angesichts der politischen Verhältnisse speziell in der Ukraine sieht man sich bei den deutschen TV-Stationen dort in einer besonderen Verantwortung. „Wir stehen vor der politischsten EM überhaupt. Davor können wir unsere Augen nicht verschließen“, sagte ARD-Teamchef Schönenborn, der die Veranstaltung in einem Atemzug mit der WM-Endrunde 1978 in Argentinien nannte.

Doch in erster Linie ist es die DFB-Auswahl, die hautnah begleitet wird. Schon im Morgenmagazin soll für die ARD Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah zu Wort kommen, am Ende eines langen EM-Tages beschließt „Waldis Club“ aus dem Bayerischen Bahnhof in Leipzig die Sendestrecke im Ersten.

sid

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