Fußball aus Spanien

Vor Clásico: Mourinho verzockt sich beinahe

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José Mourinho.

Madrid - Drei Tage vor dem „Clásico“ im spanischen Pokal kommen Real Madrid und der FC Barcelona nur zu Arbeitssiegen. Beide Teams schonen mehrere Stars und gewinnen ihre Punktspiele nur mit Mühe.

Eigentlich hätten Mesut Özil, Sami Khedira und Cristiano Ronaldo für den „Clásico“ von Real Madrid beim FC Barcelona an diesem Dienstag geschont werden sollen. Aber dann mussten die drei Real-Cracks doch ran und für den spanischen Fußballmeister die Kastanien aus dem Feuer holen. Nach der Einwechselung von Özil, Khedira und Ronaldo machten die „Königlichen“ bei Deportivo La Coruña aus einem blamablen 0:1-Rückstand noch einen 2:1-Sieg über das Schlusslicht der Primera División.

Der souveräne Tabellenführer Barça hatte drei Tage vor dem Schlagerspiel im Pokal ebenfalls viel Mühe, gegen den FC Sevilla nach einem 0:1-Rückstand noch mit 2:1 zu gewinnen. Die Katalanen empfangen Real Madrid am Dienstag zum Halbfinalrückspiel der Copa del Rey (Königspokal). Im Hinspiel hatten sich die Erzrivalen im Bernabéu-Stadion 1:1 getrennt.

Real-Trainer José Mourinho hätte sich mit seinem Schachzug, mehrere Stammspieler auf die Ersatzbank zu setzen, beinahe verspekuliert. „Real spielte so schlecht, dass man den Eindruck bekam, die Madrilenen wollten dem stark abstiegsgefährdeten La Coruña drei Punkte schenken“, meinte das Sportblatt „Marca“. Deportivo war durch Riki (35. Minute) 1:0 in Führung gegangen und dem Meister klar überlegen. Angesichts der drohenden Blamage entschloss sich Mourinho zu einer Radikalkur: Der Portugiese wechselte in der 57. Minute mit einem Schlag Özil, Khedira und Ronaldo ein.

Die Madrilenen nahmen sofort das Heft in die Hand, Khedira sorgte für mehr Stabilität im Mittelfeld, Özil und Ronaldo belebten den Angriff. Sogar der Ex-Weltstar Kaká wachte plötzlich auf. Der Brasilianer erzielte den Ausgleich (73.) und bereitete das Siegtor von Gonzalo Higuaín (87.) vor. In der Schlussphase gelang Angel di María ein seltenes „Kunststück“: Der Real-Profi handelte sich in der Rekordzeit von elf Sekunden zwei gelbe Karten wegen Zeitspiels ein und wurde vom Platz gestellt.

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Bei Barça glückte Lionel Messi (60.) der Siegtreffer zum 2:1-Erfolg über den FC Sevilla. Damit traf der Weltfußballer bereits im 15. Ligaspiel hintereinander ins Schwarze. Alberto Botía (43.) hatte die Andalusier im Camp-Nou-Stadion überraschend in Führung gebracht, Weltmeister David Villa (52.) für Barça ausgeglichen. Regisseur Xavi und Sergio Busquets wurden zunächst für das Pokalspiel geschont und erst in der Schlussphase eingewechselt.

„Es macht uns Sorge, dass wir schon wieder einen Gegentreffer kassiert haben“, beklagte Trainer Jordi Roura. Barça hat in seinen letzten elf Partien nicht mehr zu null gespielt und in der Liga mehr Gegentore hinnehmen müssen als der Abstiegskandidat CA Osasuna.

dpa

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