Aufstieg als Belohnung

Keine Tore, kein Sieger, aber zwei Gewinner

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Die Celta-Fans bejubelten das 0:0 ihrer Mannschaft.

Madrid - Für dieses Spiel nahmen die Wettbüros Einsätze gar nicht erst an. Wohl noch nie war der Ausgang eines Fußballspiels so absehbar wie beim 0:0 der Zweitligisten Celta de Vigo und CF Córdoba.

Ein Festival der Querpässe und kein einziger Schuss aufs Tor: 90 Minuten lang schoben die Spieler der spanischen Fußball-Zweitligisten Celta de Vigo und CF Córdoba den Ball hin und her. Niemand versuchte ernsthaft, das Tor des Gegners ins Visier zu nehmen. Die Kicker boten dem Publikum die Simulation eines Fußballspiels, aber von den Rängen kamen keine Pfiffe. Im Gegenteil: Die 32 000 Zuschauer im Balaídos-Stadion bejubelten jeden Quer- und Rückpass.

Der Nichtangriffspakt zwischen beiden Teams hatte einen guten Grund. Celta reichte ein Remis, um nach fünf Jahren in der 2. Liga den Aufstieg in die Primera División perfekt zu machen. Und Córdoba benötigte einen Punkt, um sich einen Platz in der Play-Off-Runde zu sichern, in der ein weiterer Aufsteiger ermittelt wird.

Schon vor dem Anpfiff war praktisch klar, dass die Partie 0:0 enden würde, und so ging sie dann auch aus. Die Wettbüros hatten für dieses Spiel Einsätze gar nicht erst zugelassen. “Die Agenturen wussten schon warum, die sind doch nicht blöd“, sagte Celta-Regisseur Enrique de Lucas. Die Spieler hielten sich an das Drehbuch und dem gegnerischen Tor möglichst fern. Immer wenn ein Angreifer mit dem Ball am Fuß sich dem Strafraum des Gegners näherte, folgte ein Rückpass. Es gab in der ganzen Partie nicht einen Eckball, dafür aber 1591 Kurzpässe, fast 18 in der Minute.

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Das Ballgeschiebe erinnerte an die “Schande von Gijón“ bei der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien, wo Deutschland und Österreich ein 1:0 über die Zeit brachten, das beiden Mannschaften das Weiterkommen ermöglichte. Damals sprach man von einem Skandal, und es gab heftige Proteste gegen den “Nichtangriffspakt“. In Vigo nahm jedoch niemand Anstoß an dem skurrilen “Salon-Fußball“. Die Zuschauer hatten auch gar nicht erwartet, ein richtiges Spiel mitzuerleben. Sie waren ins Stadion gekommen, um den Aufstieg zu feiern. Die Darbietung auf dem Rasen nahmen sie mit Humor und feierten Kurzpässe mit “Uuuiii“-Rufen.

Neben Celta, das vor acht Jahren noch im Achtelfinale der Champions League spielte, steigt Deportivo La Coruña in die 1. Liga auf. Um den Platz des dritten Aufsteigers kämpfen Real Valladolid, AD Alcorcón, Hércules Alicante und CF Córdoba.

dpa

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