Krawalle: DFL kontra Innenministerium

Berlin - Angesichts der neuen Gewalt in deutschen Fußballstadien soll am Mittwoch eine Task-Force zur Lösung des Problems gegründet werden. Einigkeit ist unter den Beteiligten aber nicht in Sicht.

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Liga-Präsident Reinhard Rauball hat sich gegen die von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich geforderte Verschärfung des Strafenkatalogs für gewaltbereite Fußball-Fans ausgesprochen. “Da macht die Liga nicht mit“, sagte Rauball vor dem Runden Tisch zur Gewalt im Fußball am Montag im ZDF-“Morgenmagazin“. Eine Ausweitung der Sanktionen würde auch für die 99 Prozent der friedlichen Stadionbesucher negative Konsequenzen haben, erklärte Rauball. Er werde sich dafür einsetzen, dass bei Straftaten weiterhin ein Stadionverbot von bis zu drei Jahren ausgesprochen werden könne.

Nach der jüngsten Eskalation der Gewalt am Rande von Fußballspielen wollen sich am Montag auf Initiative von Friedrich DFB-Präsident Theo Zwanziger, Rauball, Vertreter der Innenminister der Länder und Michael Gabriel , der Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte, in Berlin treffen. “Da ist ein sehr dickes Brett zu bohren“, befand Rauball. Geplant ist die Gründung einer Task-Force. In der Arbeitsgruppe sollte neben der Politik, den Verbänden und der Justiz auch ein Vertreter der Dachorganisation der Fans sitzen, betonte Rauball.

Die von Polizeivertretern bereits mehrfach geforderte Beteiligung des Fußballs an den Kosten für die Einsätze der Sicherheitskräfte bei den Spielen lehnte der Liga-Chef erneut ab. “Wir sträuben uns dagegen, weil die öffentliche Sicherheit und Ordnung eine staatliche Aufgabe ist“, sagte Rauball. Sollte eine Kostenbeteiligung dennoch beschlossen werden, will sich die Deutsche Fußball Liga (DFL) dagegen “auch rechtlich wehren“ - bis hin zum Bundesverfassungsgericht.

dpa

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