Nach Krawallen: Hansa Rostock startet Hilferuf

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Anhänger von Hansa Rostock zünden während des Spiels gegen den FC St. Pauli Feuerwerskkörper im Stadion.

Rostock - Nach den Krawallen beim Nordderby gegen den FC St. Pauli hat der Vorstand des Fußball-Zweitligisten Hansa Rostock sich mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit gewandt.

“Als Verein weisen wir darauf hin, dass wir im Vorfeld dieser Partie alle uns zur Verfügung stehenden Maßnahmen umgesetzt haben. Wir werden weiterhin auf Prävention und Kommunikation setzen und fordern gleichzeitig die Gesellschaft dazu auf, uns bei diesem schwierigen Prozess zu unterstützen. Wir bitten die Verbände, die Politik und die Judikative, uns Vereine mit diesem gesamtgesellschaftlichen Problem nicht allein zu lassen“, hieß es in einer Mitteilung.

Gleichzeitig distanzierte sich der Klub vom Verhalten einiger seiner Anhänger und verurteilte das unsportliche Verhalten auf das Schärfste. “Der sich nach dem Führungstor des FC St. Pauli ereignete Einsatz von Pyrotechnik mit dem Abfeuern von Leuchtspuren und Böllern und die daraus resultierende Spielunterbrechung ist ernüchternd, schockierend und beschämend“, teilte der Vorstand mit.

Zehn Verletzte, 33 Verfahren

Hansa werde diese strafbaren Handlungen nicht tolerieren und alles unternehmen, die Verursacher persönlich zur Rechenschaft zu ziehen. Beim 1:3 gegen St. Pauli hatte das Spiel kurz vor der Halbzeit für zehn Minuten unterbrochen werden müssen, weil eine Rakete in Richtung des Gästeblocks gefeuert worden war.

Zu dem von etwa 2.000 Polizisten gesicherten Spiel war die Videoüberwachung intensiviert worden, außerdem waren Sprengstoffhunde zum Einsatz gekommen. Diese sollten verhindern, dass Pyrotechnik ins Stadion geschmuggelt wird. Die Anhänger des FC St. Pauli waren in eigenes bereitgestellten Bussen vom Bahnhof direkt ins Stadion gebracht worden.

Frustrierte Hansa-Anhänger bewarfen nach dem Spiel drei der Busse mit Steinen, dabei war ein Fan der Hamburger leicht verletzt worden. Die Polizei teilte mit, dass es insgesamt zehn verletzte Personen gab, darunter acht Polizisten. Gegen 33 Randalierer wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

dapd

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