Hannover verpasst Sprung an Tabellenspitze

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Hannovers Lars Stindl (re.) im Duell mitdem Mainzer Zoltan Stieber.

Hannover - Drei Tage nach dem Einzug in die Gruppenphase der Europa League hat Hannover 96 in der Fußball-Bundesliga gegen den FSV Mainz 05 einen Dämpfer erlitten.

Die Niedersachsen blieben durch ein 1:1 (1:1) gegen den FSV Mainz 05 zwar auch im siebten Pflichtspiel der Saison ungeschlagen, verpassten durch das Unentschieden aber ihren ersten Sprung an die Tabellenspitze seit 42 Jahren. Für die Gäste war der Punktgewinn beim Vorjahresvierten derweil ein Achtungserfolg. Sami Allagui brachte die Mainzer früh in Führung (2.). 96-Stürmer Mohammed Abdellaoue glich mit seinem dritten Saisontor noch vor dem Seitenwechsel aus (30.). “Das war ein schönes Spiel mit zwei guten Mannschaften, die ein hohes Tempo vorgelegt haben und sich viele Chancen herausspielen konnten“, resümierte der Mainzer Trainer Thomas Tuchel.

Vor 40.420 Zuschauern wurden die Platzherren schon nach 75 Sekunden kalt erwischt. Hannovers Abwehr hatte sich kaum sortiert, da schloss Allagui eine schöne Kombination über Eric-Maxim Choupo-Moting und Marcel Risse zum 1:0 für die Mainzer ab. Hannover zeigte sich von dem frühen Rückschlag jedoch nicht geschockt und versuchte, umgehend zu antworten. Manuel Schmiedebach prüfte FSV-Torhüter Heinz Müller mit einem Schuss aus halbrechter Position (6.).

Mainz mit zwei Pfostentreffern binnen zwei Minuten

Mehr wirklich zwingende Chancen brachten die Niedersachsen vorerst aber nicht zustande. Der Ball lief zwar streckenweise gut durch die eigenen Reihen, vor unlösbare Aufgaben wurde die geordnete Mainzer Defensive aber nicht gestellt. Stattdessen kamen die Gäste ihrem zweiten Treffer näher und hatten binnen zwei Minuten zweimal Pech. Zunächst lenkte Hannovers Schlussmann Ron-Robert Zieler einen Freistoß von Zoltan Stieber an den Pfosten (24.), dann scheiterte der Mainzer Kapitän Nikolce Noveski mit einem Kopfball am Pfosten des 96-Tores (25.). “Mit fünf oder sechs hochkarätigen Chancen kann man ein Spiel auch mal gewinnen“, fand Tuchel.

Wer bei Hannover aufgrund der Doppelbelastung nun Müdigkeit erwartete, wurde jedoch eines Besseren belehrt. 96-Trainer Mirko Slomka hatte zwar zum vierten Mal in Folge eine unveränderte Startelf aufgeboten, doch sein Team konnte trotzdem zulegen. Nach einer halben Stunde brachte Konstantin Rausch den Ball in die Mitte und Abdellaoue vollendete per Direktabnahme. Schon beim 1:1 unter der Woche in Sevilla hatte dieses Zusammenspiel zum einzigen Tor der Niedersachsen geführt. “In der zweiten Halbzeit haben wir läuferisch unglaublich zugelegt und viele gute Chancen gehabt, aber an der Effektivität müssen wir jetzt arbeiten“, sagte Slomka.

Hannover rennt in zweiter Halbzeit an

Beflügelt von dem Ausgleich kamen die Gastgeber in der Folgezeit immer besser ins Spiel. Zählbares sprang im ersten Durchgang jedoch nicht mehr heraus. Vier Minuten nach dem Wiederbeginn nahm Slomka dann Stürmer Jan Schlaudraff aus dem Spiel und brachte in Didier Ya Konan erstmals frisches Blut. Hannover suchte jetzt konsequent den Weg nach vorn und hatte phasenweise Chancen im Minutentakt. Doch Christian Schulz (56.), Rausch mit einem Lattentreffer (57.) und Lars Stindl (58.) brachten den Ball nicht im Mainzer Tor unter. Der FSV konnte derweil nur noch mit gelegentlichen Kontern für Entlastung sorgen.

dapd

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