2. Liga: Düsseldorfs Spätzünder ziehen davon

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Der Cottbuser Martin Kobylanski (2.v.r.) versucht, sich gegen die Paderborner Christian Strohdiek (li.) und Sören Gonther durchzusetzen.

München - Ein Last-Minute-Sieg lässt in Düsseldorf schon große Emotionen aufkommen, gleichzeitig setzt sich die Fortuna im Aufstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga etwas ab.

Im Zweitliga-Aufstiegsrennen schaffen die Spätzünder von Fortuna Düsseldorf zunehmend Luft zwischen sich und der Konkurrenz. Durch einen Last-Minute-Sieg gegen Dresden bauten die Rheinländer ihre Tabellenführung im Fußball-Unterhaus auf vier Punkte aus. “Dynamo hätte einen Punkt verdient gehabt, aber das ist mir scheißegal“, frohlockte Trainer Norbert Meier nach dem 2:1 von Ranisav Jovanovic in der Nachspielzeit. Für zusätzlich gute Laune sorgte das 2:2-Remis zwischen den Verfolgern FC St. Pauli und Greuther Fürth. Einzig Eintracht Frankfurt könnte sich mit einem Sieg zum Abschluss des 14. Spieltages am Montag bei Erzgebirge Aue noch bis auf zwei Zähler an die Fortuna heranrobben.

Der SC Paderborn stellte am Sonntag durch ein 2:0 bei Energie Cottbus den Anschluss ans Spitzenquartett um Düsseldorf (34 Punkte), Fürth (30), Eintracht Frankfurt (bisher 29) und St. Pauli (29). Cottbus-Akteur Christian Müller per Eigentor und Nick Proschwitz sicherten den Ostwestfalen ihre Zähler 26, 27 und 28. Alemannia Aachen reichte in seiner 1000. Zweitligapartie den letzten Tabellenplatz an den FC Ingolstadt weiter - dazu reichte den Mannen vom Tivoli ein 2:2 gegen den ebenfalls im Keller feststeckenden MSV Duisburg. Im zweiten Duell der Sorgenkinder trennten sich der FSV Frankfurt und Hansa Rostock torlos.

In den hinteren Tabellengefilden schaffte der Karlsruher SC gleich doppelt Fakten: Erst mit seinem ersten Zweitliga-Erfolg seit dem 7. August - am Sonntag kurz nach dem 3:2 über Ingolstadt dann durch die Verpflichtung eines Nachfolgers für den vor knapp einer Woche geschassten Ex-Trainer Rainer Scharinger. Der Norweger Jörn Andersen soll die abgerutschten Badener aus der Abstiegszone wieder nach oben führen. “Ich bin überzeugt, dass er der Richtige sein wird“, bekundete Sportdirektor Oliver Kreuzer.

Die Düsseldorfer Siegesfeier war schon nach der Dynamo-Partie erstligareif. Coach Meier rannte mit nach oben gerissenen Armen wie von Sinnen über den Platz (“Ich bin gelaufen wie eine brünftige Hirschkuh“) - Torschütze Jovanovic wurde im Jubelrausch von Spielern und Offiziellen fast erdrückt. Ein Sonderlob verteilte Meier an die 32 300 enthusiastischen Fans. “Sie haben uns bis zur 92. Minute unterstützt. Das ist phänomenal, die Leute haben ein Gespür dafür, wann wir sie brauchen.“

Auch Ex-Spitzenreiter Greuther Fürth gab seiner Partie auf dem Hamburger Kiez am Samstag in letzter Minute noch eine Wende: Der Kanadier Olivier Occean rettete bei St. Pauli noch ein 2:2 - und verhinderte die zweite Pleite nacheinander. Die SpVgg liegt damit weiterhin knapp vor den Hamburgern. “Eine solche Moral hat nur eine Mannschaft in dieser Liga“, meinte Fürths Stephan Schröck: “Wenn man hier in Unterzahl noch den Ausgleich schafft, ist das absolut super.“ Angefressen war Pauli-Coach André Schubert: “Ein bisschen weniger Naivität hätte uns gutgetan“, urteilte er.

Immer enger wird es für die Ingolstädter Auswärtsschwächlinge: Dem achten Spiel auf fremdem Platz folgte die achte Pleite. Nach dem 2:3 im Kellerduell beim Karlsruher SC sind die Oberbayern wieder ganz hinten reingerutscht. Abwehrspieler Marvin Matip schlug Alarm: “Wir sind jetzt ganz, ganz unten drin. In der ganzen Saison wird es nur noch darum gehen, unten rauszukommen, so schnell wie möglich so viele Punkte zu holen wie möglich.“ Der KSC beendete unter Interimscoach Markus Kauczinski eine Negativserie von zehn Ligaspielen ohne Dreier.

dpa

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