Miro schon jetzt eine "Lazio-Legende"

Fünf Tore: Ganz Italien feiert "Killer Klose"

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Miroslav Klose wird mit seinen fünf Toren zum Schreckgespenst für den FC Bologna.

Rom - Italien schwärmt nach Miroslav Kloses Fünfer-Pack über den deutschen Nationalspieler von Lazio Rom. Der Ex-Münchner stahl mit seiner Gala sogar dem Meister die Show.

„Killer Klose“, „Mythos Miro“ oder „Lazio-Legende“ - Nationalspieler Miroslav Klose hat mit seinem Fünfer-Pack ganz Italien in Verzückung versetzt und durch seine Gala sogar Juventus Turin die Show für die erfolgreiche Titelverteidigung gestohlen. „Wenn ein Stürmer fünf Tore in einem einzigen Match schafft, ist es offenkundig, dass er das perfekte Spiel bestritten hat“, begründete der Corriere dello Sport nach dem 6:0-Kantersieg von Kloses Klub Lazio Rom gegen den FC Bologna die nur höchst selten vergebene Traumnote „10“.

Der Erläuterung bedurfte es indes nicht wirklich - Kloses Auftritt nach fast fünfmonatiger Ladehemmung sprach für sich. „Solche Tage erlebt man nicht allzu oft, deswegen genieße ich dieses Gefühl“, sagte der Ex-Münchner hinterher auch nur und vergaß in seiner zurückhaltenden Art auch in der Stunde dieses persönlichen Highlights nicht die Komplimente für seine Teamkollegen: „Ohne meine Mannschaftskameraden wäre so etwas gar nicht möglich gewesen.“

Was noch möglich gewesen wäre, hätte Lazio-Coach Vladimir Petkovic seinen Matchwinner nicht 22 Minuten vor dem Abpfiff unter Standing Ovations des Lazio-Anhangs vom Feld geholt, lässt sich nur mutmaßen. Fakt aber ist: Klose war als erster Spieler in Lazios Geschichte fünfmal in einem Spiel erfolgreich und bot auch ein in der „ewigen Stadt“ ansonsten seltenes Schauspiel: Als letzter Spieler vor Klose traf im Olympiastadion der italienischen Ex-Nationalspieler Roberto Pruzzo für Lazios Lokalrivalen AS Rom fünfmal in einem Spiel - vor 27 Jahren.

Mit seinem Geniestreich übertraf Klose seine bisherigen Bestleistungen deutlich. Sowohl in seiner elfjährigen Bundesliga-Karriere (1. FC Kaiserslautern, Werder Bremen und Bayern München) als auch in der Nationalmannschaft standen für den Torjäger bisher „nur“ jeweils vier Dreierpacks zu Buche.

Über ein Jahrzehnt beim DFB: Die Bilder des Miro Klose

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Kloses persönlicher Quantensprung mit den Saisontoren Nummer 11 bis 15, der ganz nebenbei Lazio im Rennen um einen Europa-League-Platz hielt, verleitete die italienischen Medien natürlich wieder einmal zum Griff in die Vorratskiste der Superlative und Metaphern. „Er schießt wie ein Killer“, urteilte die Gazzetta dello Sport, und der Corriere erhob „Mythos Miro“ kurzerhand in den Stand einer „Lazio-Legende“: Klose sei „die Seele Lazios“.

Zutreffenderweise als „Meisterwerk“ beschrieb die Gazzetta Turins vorzeitigen Titeltriumph durch den 1:0-Sieg gegen US Palermo nach einem Strafstoß-Treffer des ehemaligen Leverkuseners Arturo Vidal. In den Jubel Tausender Tifosi, die den 29. Scudetto für die „alte Dame“ mit Auto-Korsi durch ein Fahnenmeer und Hupkonzerten feierten, mischte sich hinter den Kulissen allerdings auch Unsicherheit über die Zukunft von Erfolgstrainer Antonio Conte.

Der Coach macht seinen Verbleib von Investitionen in neue Spieler abhängig. „Der Mensch Conte möchte zu 100 Prozent bei Juventus bleiben. Der Trainer Conte verlangt klare Perspektiven. International sind wir noch ein gutes Stück von den Besten entfernt“, erinnerte Conte an das Viertelfinal-Aus in der Königsklasse gegen den deutschen Meister Bayern München: „Wir brauchen Investitionen, um weiterhin wachsen zu können. Mein Ziel ist, in der nächsten Saison die Champions League zu gewinnen.“

Angeblich soll Conte in den bevorstehenden Verhandlungen mit Juve-Boss Andrea Agnelli auf eine Verpflichtung des schwedischen Superstars Zlatan Ibrahimovic von Paris St. Germain drängen.

 

Von Dietmar Kramer und Micaela Taroni, SID

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