Fünf-Punkte-Rückstand ist Klopp "wurscht"

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Jürgen Klopp verlor mit dem BVB mit 2:3 beim HSV

Hamburg - Verunsicherung klingt anders. Mit ruhiger Stimme berichtete Trainer Jürgen Klopp von Borussia Dortmund über die Aufarbeitung einer „heilsamen“ Niederlage beim HSV. Der Rückstand auf Bayern juckt ihn nicht.

Selbst der Blick auf die Tabelle schien ihn nicht zu beunruhigen, der Fünf-Punkte-Rückstand des Double-Gewinners auf den Titelkonkurrenten Bayern München ist ihm gar „wurscht“.

„Wir werden nichts überbewerten, aber auch nicht so tun, als ob nichts passiert wäre. Fakt ist: Wir haben einfach mal wieder ein Spiel verloren“, sagte Klopp und ist von einer Trotzreaktion seiner Mannschaft am Dienstag (20.00 Uhr/Sky und Liga total!) beim ungeschlagenen Aufsteiger Eintracht Frankfurt überzeugt.

Selbstkritisch betrieben die Spieler laut Klopp Ursachenforschung für das 2:3 beim HSV und Ende der Serie von 31 Begegnungen ohne Niederlage und kamen zu dem Ergebnis, „dass wir nicht von der ersten Minute an hellwach waren“, so Torhüter Roman Weidenfeller. Schlampiges Abwehrverhalten und verschwenderischer Umgang mit besten Chancen im Angriff waren die weiteren Erkenntnisse.

Sorgen bereitete der bislang holprige Saisonstart mit nur sieben Punkten aus vier Spielen Klopp dennoch nicht. „Ich habe noch keine Mannschaft trainiert, die ihre beste Phase in den ersten fünf Spielen hatte“, erklärte der Coach und dachte vermutlich auch an die vergangene Super-Saison.

Bereits vor einem Jahr hatte der BVB nach vier Spielen ebenfalls lediglich sieben Zähler auf dem Konto - allerdings auch nur zwei Punkte Rückstand auf München. Die Borussen nahmen sich damals ihre September-Krise, bezogen ihre bislang letzte Heimniederlage gegen Hertha BSC (1:2 am 10. September 2011) und verloren später auch noch 1:2 bei Hannover 96 (18. September 2011). Nur ein Sieg aus vier Pflichtspielen stand im September 2011 zu Buche. Danach jedoch rollte der BVB-Express unaufhaltsam in Richtung Meisterschaft.

„Wenn wir aus dieser Niederlage die richtigen Schlüsse ziehen, dann könnte das für einige Zeit wieder die letzte gewesen sein“, meinte Klopp. Für Sportdirektor Michael Zorc steht indes fest: „Wir haben zu wenig Punkte.“ Und das soll sich schon in Frankfurt ändern, das mit vier Siegen den besten Saisonstart seiner Geschichte feiert und den Borussen höchsten Respekt abverlangt.

„Frankfurt ist das Paradebeispiel dafür, dass ein Abstieg nicht immer das Schlimmste ist, was passieren kann. Wenn man dann runderneuert wiederkommt und einen ganz anderen tollen Fußball spielt, dann lässt das den einen oder anderen Abstieg in einem ganz anderen Licht erscheinen“, sagte Klopp.

Frankfurts Vorstands-Boss Heribert Bruchhagen genießt den Augenblick. Noch vor zwei Jahren habe der Klub „eine Eigendynamik des Misserfolgs“ erleben müssen. „Jetzt haben wir eine Eigendynamik des Erfolgs“. Das sei völlig unerwartet und besonders. Bruchhagen weiter: „Entspannter kann man nicht in ein Bundesliga-Spiel gehen.“

Frankfurts Trainer Armin Veh outete sich derweil als größter Fan des Dortmunder Vollgas-Fußballs. Der Spielstil des BVB diene seiner Mannschaft sogar als Vorbild, bestätigte er in einem Interview auf dem Internetportal Sport Bild Plus, schränkte jedoch ein: „Sie spielen aber in einer anderen Kategorie als wir. Dennoch wollen wir gegen den BVB punkten.“

Ungeachtet des Spiels am Dienstag ist Veh ohnehin davon überzeugt: „Dortmund ist einfach eine absolute Klasse-Mannschaft. Ich sage: Dortmund wird in dieser Saison wieder deutscher Meister. ` Dazu bedarf es jedoch den Start einer neuen Serie des Titelverteidigers.

sid

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