Tschauner knockt Frontzeck aus

"Hoffe, dass alles gut zusammenwächst"

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Aufatmen in Hamburg: Michael Frontzeck ist auf dem Weg der Besserung.

Hamburg - Der eigene Torhüter hat Michael Frontzeck ausgeknockt - und dachte zuerst, dass sein Trainer simuliert. Doch der Coach des FC St. Pauli musste sogar notoperiert werden.

Wenn Michael Frontzeck in seinem Krankenbett zur Zeitung greift, dann schmerzt es ihn im doppelten Sinne. Mit drei gebrochenen Rippen tut ohnehin jede Bewegung weh, und die Fotos vom Zusammenprall mit Torwart Philipp Tschauner sorgen für zusätzliche Qualen. Der Trainingsunfall beim Zweitligisten FC St. Pauli hatte schlimme Konsequenzen - der Cheftrainer musste notoperiert werden.

„Die Operation ist gut verlaufen. Es wurde ein Schlauch eingesetzt. Ich fühle mich den Umständen entsprechend gut und werde hier im Krankenhaus bestens versorgt“, sagte der 48-Jährige. Der Kiezklub kommentierte gewohnt locker: „Keine Panik, der Junge ist hart im Nehmen. Wir schicken ihm braun-weiße Genesungswünsche.“

Ein Riss in der Lunge musste in einem sechsminütigen Eingriff behandelt werden, spätestens Anfang der kommenden Woche soll Frontzeck aus dem Krankenhaus entlassen werden. Dann dürfte auch Tschauner kräftig durchatmen: Der 27 Jahre alte Stammtorhüter hatte seinen Vorgesetzten beim Herauslaufen böse erwischt.

„Ein langer Ball kam in meinen Fünfmeterraum, ich renne aus dem Tor, springe mit einem Bein ab und sehe den Trainer gar nicht“, so schilderte der Torwart den Zusammenprall vom Dienstag im Gespräch mit Hamburger Medien. Das angewinkelte Knie des 1,96-Meter-Mannes traf den früheren Bundesliga-Profi mit voller Wucht. Frontzeck nahm mit schmerzverzerrtem Gesicht auf einem Medizinkoffer Platz und japste.

„Es war eine unglückliche Aktion. Ich dachte erst, Frontzeck schauspielert nur und will uns verarschen“, sagte Tschauner: „Ich dachte, er will einen Elfmeter haben. Dann habe ich gemerkt, dass er wirklich schwer atmet.“ Im Krankenhaus wurde zunächst „nur“ ein dreifacher Rippenbruch festgestellt, Frontzeck sollte zwei Tage zur Überwachung bleiben. Dann folgte die deutlich dramatischere Diagnose.

Tschauner schickte seinem Trainer inzwischen beste Genesungswünsche per SMS. „Ich hoffe, alles wächst schnell zusammen. Das tut mir natürlich leid“, sagte der Unglücksrabe.

Frontzecks Glück: Das nächste Spiel bestreitet der Kiezklub aufgrund der Länderspielpause erst am 1. April gegen den SC Paderborn. Bis dahin dürfte der Trainer auf jeden Fall wieder an Bord sein.

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SID

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