Frings: "Ich fühle mich hier pudelwohl"

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Torsten Frings (r.), hier gegen New York Red Bulls Thierry Henry, fühlt sich pudelwohl in Toronto

Toronto - Ex-Nationalspieler Torsten Frings spielt für den FC Toronto in der Major League Soccer (MLS) in Nordamerika. Jetzt spricht der Ex-Bremer über seine ersten Erfahrungen im Ausland.

Torsten Frings ist auf der Zielgerade seine Fußball-Karriere nochmals ein Wagnis eingegangen. Als Profi beim nordamerikanischen MLS-Klub FC Toronto hat der 34-Jährige Neuland betreten. „Hier macht es Spaß, es ist ein großes Abenteuer. Man sieht mal eine andere Liga. Von daher bin ich froh, dass es im Moment so ist, wie es ist. Ich fühle mich unheimlich wohl hier. Es könnte nicht besser sein“, sagte der Ex-Bremer im Interview des Monats mit dem SID.

Der Toronto Star bezeichnete der deutschen Ex-Nationalspieler ehrfürchtig als „on-field general. Frings will indes seine Rolle nicht überbewerten: „Ich möchte versuchen, den jungen Spielern zu helfen. Hier gibt man mir die Möglichkeit.“

Von einer Sonderrolle in der kanadischen Metropole will er nichts wissen. „Ich möchte ein ganz normaler Spieler hier sein, der versucht zu helfen, meine Erfahrung weiterzugeben. Wir haben hier sehr viele junge Talente, die das auch annehmen“, betonte der Mittelfeldspieler, der mit seiner Mannschaft allerdings die Play-offs in der Major League Soccer verfehlt hat.

Die ersten Wochen in Übersee bedeuteten für den 79-maligen deutschen Nationalspieler eine große Umstellung. „Es ist schwer, hier eine gute Mannschaft zusammenzubauen, weil hier viel gewechselt wird. In den ersten zwei Wochen, die ich hier war, haben wir 12 bis 13 neue Spieler bekommen. Es ist deshalb schwer, zusammenzufinden. Von daher bin ich zufrieden, dass wir uns in den letzten Wochen ein bisschen gesteigert haben“, berichtete er.

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Die Unterschiede zwischen MLS und Bundesliga seien riesengroß. „Aber ich denke, es ist alles im Kommen. Überall, wo ich bisher war in den letzten vier Monaten, waren die Stadien immer voll. Das wächst hier alles langsam“, betonte der Routinier, „aber es wächst. Es macht unheimlich Spaß. Die Liga ist unheimlich schwer zu spielen. Es sind sehr, sehr weite Reisen, nach Los Angeles sechs Stunden zum Beispiel. Das zehrt unheimlich am Körper.“

Nach vielen Jahren Bundesliga- und Nationalmannschaftsstress genießt Frings die Anonymität in Kanada. „Hier lebt es sich einfach ruhiger. Nicht viele erkennen einen. Das ist das Positive“, sagte der WM-Dritte von 2006.

Und wie sieht es in der Freizeit aus, hat Frings die amerikanischen Highways mit Auto und Motorrad schon unsicher gemacht? Frings: „Das war alles mal. Mit dem Alter wird man auch ein bisschen ruhiger, dann ist das alles nicht mehr so wichtig. Abgesehen davon darf man hier auch nur 100 km/h fahren auf der Autobahn. Das ist auch ein Riesenunterschied, an den ich mich auch erst dran gewöhnen musste. Aber ich fühle mich hier pudelwohl in Toronto. Niemand kennt einen. Das ist auch sehr positiv und ganz anders als in Deutschland. Von daher genieße ich das, hier unbeschwert durch die Straßen zu marschieren.“

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