"Wir werden richtig fighten"

Freiburg will gegen Über-Bayern Frust abbauen

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Christian Streich will gegen den FC Bayern Frustabbauen

Freiburg - Chancen über Chancen hatte der SC Freiburg im Spiel gegen die TSG Hoffenheim. Am Ende stand nur ein Remis zu Buche. Den Frust wollen die Breisgauer gegen den FC Bayern abbauen.

Kaum hatte der klatschnasse Christian Streich trockene und warme Klamotten übergestreift, war der Trainer des SC Freiburg schon richtig heiß auf die Unschlagbaren. „Wir werden im nächsten Spiel bei den Bayern in München richtig fighten und alles geben, um so gut wie möglich dagegenzuhalten“, sagte Streich, der schon kurz nach dem 1:1 (0:0) im badischen Derby gegen 1899 Hoffenheim seinen Frust über das unglückliche Remis überwunden hatte.

Völlig entspannt schlürfte Streich eine halbe Stunde nach Abpfiff seinen üblichen Espresso und plauderte mit den Journalisten. Denn obwohl die Breisgauer am 20. Spieltag einen wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga fünf Minuten vor Schluss aus der Hand gegeben hatten, war der Coach nur mit dem Ergebnis unzufrieden.

„Es war am Ende unverdient, dass wir nicht gewonnen haben“, äußerte der 48-Jährige: „Aber ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaft. Es war wieder ein Schritt nach vorne. Wir werden weiter kämpfen und weiter arbeiten. Es wird ein Kampf bis zum Ende werden.“

Mit dieser Einschätzung dürfte Streich wohl richtig liegen. Schließlich hat der SC erst 18 Punkte auf dem Konto. Einen dieser Zähler holten die Freiburger aber immerhin beim 1:1 im Hinspiel gegen den seit 45 Partien ungeschlagenen Triple-Gewinner. Nicht zuletzt deshalb sehen die Profis der Reise in die bayerische Landeshauptstadt gelassen entgegen.

„Da spielen wir ohne jeden Druck. Vielleicht können wir ja einen Punkt mitnehmen“, sagte Torschütze Jonathan Schmid, dessen Treffer in der 68. Minute nicht zum Sieg gereicht hatte. „Das ist traurig und schade. Wir waren nahe dran an den drei Punkten, hatten die Chancen zum zweiten Tor. Am Ende ist es ziemlich bitter“, äußerte der Franzose nach dem Duell der beiden jüngsten Teams (jeweils 24,3 Jahre) der Liga.

Dass Schmid sich nicht als Mann des Tages feiern lassen konnte, lag ausgerechnet an seinem Landsmann Anthony Modeste. Der Angreifer, der seit dem siebten Spieltag nicht mehr getroffen hatte, sorgte vor 22.300 Zuschauern kurz nach seiner Einwechslung für den Endstand (85.).

Zwischen den beiden Toren hatten die Freiburger, die ihren 100. Bundesliga-Heimsieg verpassten und weiter vier Punkte hinter Hoffenheim liegen, gute Chance zur Vorentscheidung liegen gelassen. Die beste Möglichkeit vergab der Schweizer Admir Mehmedi, der unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw nur den Pfosten traf (75.).

Nach Ansicht von Hoffenheims Trainer hatte sich seine Mannschaft das Remis dennoch „erkämpft und verdient“. Laut Gisdol können die ebenfalls noch vom Abstieg bedrohten Kraichgauer, die am Mittwoch im Viertelfinale des DFB-Pokals auf den VfL Wolfsburg treffen, mit „dem Punkt sehr gut leben“.

Die Heimreise trat Gisdol deshalb mit einem „mehr als guten Gefühl“ an. Zuvor verteilte der Trainer noch ein Sonderlob an den Torschützen: „Wenn ein Spieler fleißig ist, dann wird er belohnt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Anthony wieder trifft.“

SID

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