Stuttgart zurück in Liga-Realität

Freiburg gewinnt Derby gegen den VfB

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Max Kruse von Freiburg bejubelt seinen 3:0-Treffer

Freiburg - Der SC Freiburg hat den VfB Stuttgart drei Tage nach dem berauschenden Höhenflug in der Europa League wieder auf den harten Boden der Bundesligarealität zurückgeholt.

Ausgelassen fielen sich die Spieler des SC Freiburg in die Arme, erschöpft sanken die Kicker des VfB Stuttgart auf den Rasen. Die Breisgauer Dauerläufer haben den Nachbarn aus Schwaben drei Tage nach dem berauschenden Höhenflug in der Europa League auf den harten Boden der Bundesligarealität zurückgeholt. Beim verdienten 3:0 (1:0) schossen Jan Rosenthal (22. Minute), Pavel Krmas (67.) und Max Kruse (73.) die Gastgeber am Sonntag erstmals in dieser Saison auf einen Europapokalplatz.

„Das Ergebnis fällt zu hoch aus, weil wir bis zum 2:0 richtig gute Torchancen hatten. Danach sind die Kräfte bei uns ein wenig geschwunden, das hat Freiburg clever gemacht“, analysierte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic. „Wir haben sehr viel gut umgesetzt“, meinte Freiburgs Kapitän Julian Schuster. „Es war klar, dass der VfB mit der Zeit müde Beine bekommt. Heute war es wieder eine sehr gute Leistung, dann können wir auch solche Teams schlagen.“

Vor 24 000 Zuschauern im Freiburger Stadion konnten die immer mehr abbauenden Schwaben nur in kurzen Phasen an die glänzende Leistung des 5:1 bei Steaua Bukarest anknüpfen und bleiben im grauen Mittelfeld der Tabelle. „In den wichtigen Punkten haben uns sechs, sieben Prozent gefehlt“, sagte VfB-Trainer Bruno Labbadia. „Die Effektivität von Bukarest hat gefehlt.“

„Die Nummer eins im Land sind wir“, skandierten die SC-Fans schon vor Anpfiff des baden-württembergischen Nachbarschaftsduells - und das nun seit vier Spielen ungeschlagene Heimteam übernahm früh die Initiative. Mit derselben Anfangsformation wie beim 2:1-Erfolg gegen Hannover 96 vor einer Woche agierte das Team von Trainer Christian Streich spritziger und giftiger. Die beste Freiburger Möglichkeit der Anfangsphase vereitelte VfB-Torwart Sven Ulreich mit einer Parade gegen Schuster (18.).

Auch wenn die Schwaben zu Beginn mehr Ballbesitz hatten, fehlte nach dem Torfestival in Rumänien doch das letzte Quäntchen Einsatz und Präzision. Bei der einzigen zwingenden VfB-Chance der ersten Halbzeit traf der in der Schaltzentrale ordentlich aufspielende Zdravko Kuzmanovic aus 17 Metern den Pfosten (21.).

Nur 49 Sekunden später zielte Rosenthal nach Vorlage von Schuster genauer. Den verdeckten Schuss des Mittelfeldspielers, der schon gegen Hannover den Siegtreffer erzielt hatte, durch die Beine von William Kvist sah Ulreich zwar zu spät. Dennoch machte der selbst erklärte Nationalelfkandidat vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw nicht die beste Figur.

Nach der Pause begannen die Schwaben schwungvoller, blieben aber glücklos. An der Hereingabe von Christian Gentner rutschten in bester Position vor dem Tor von Oliver Baumann Shinji Okazaki und auch Cristian Molinaro vorbei (47.). Der SC-Keeper fischte nach gut einer Stunde eine feine Direktabnahme von Molinaro aus dem Winkel.

Die Freiburger versuchten ihre Kontrahenten müde zu laufen, blieben bei Kontern immer gefährlich. Nur drei Minuten nachdem Ulreich aus kurzer Distanz einen Kopfball von Rosenthal glänzend pariert hatte, wehrte der Keeper den erneuten Freistoß von Kruse unglücklich nach vorne ab. Der zuvor unsichere Krmas nutzte den Fauxpas und schob ins leere Tor ein. „Das ist für mich eine Frechheit“, schimpfte Ulreich, da Schiedsrichter Tobias Welz den Freistoß zweimal ausführen ließ.

Spätestens beim dritten SC-Treffer durch Kruse gaben die ausgelaugten Stuttgarter endgültig auf. In der Schlussphase vergaben die Freiburger sogar einen noch höheren Erfolg. „Ich bin wahnsinnig glücklich über unsere 19 Punkte“, sagte Streich.

dpa

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