Frauenfußball: Wolfsburg erstmals Meister

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Die Wolfsburgerinnen bejubeln den Titel

Wolfsburg - Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg sind zum ersten Mal deutscher Meister. Mit zwei weiteren Siegen können die bisher titellosen Niedersachsen sogar das Triple gewinnen.

Im Stadion feierten die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg mit Raupe, Pogo und Konfetti - doch nach der Übergabe der Meisterschale um 16.05 Uhr war schon fast wieder Schluss mit der exzessiven Party. „Feiern mit Augenmaß ist angesagt. Wir haben noch zwei Endspiele, die wir auch erfolgreich bestreiten wollen. Wir stoßen an, aber viel mehr wird es nicht geben“, sagte Spielführerin Nadine Keßler, die mit ihren Teamkolleginnen durch ein 4:0 (1:0) am letzten Bundesliga-Spieltag gegen den SC Bad Neuenahr den ersten Titelgewinn der Klubgeschichte perfekt gemacht hat.

Die große Feier fiel aus, weil die „Wölfinnen“ alles dem Traum vom Triple unterordnen wollen. Erfolge im DFB-Pokalfinale am Sonntag gegen Turbine Potsdam und im Finale der Champions League gegen Titelverteidiger Olympique Lyon (23. Mai) würden den Wolfsburgerinnen, die seit dem vierten Spieltag ununterbrochen die Tabelle angeführt haben, die dreifache Glückseligkeit bescheren.

„Ich habe großen Respekt vor der Saisonleistung des VfL Wolfsburg, denn als Favorit ist die Mannschaft ja nun wirklich nicht in die Saison gegangen. Das Team spielte eine beeindruckende Saison und hat sich diese erste Meisterschaft bei den Frauen absolut verdient“, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: „Dass die Wolfsburgerinnen die etablierte Rangfolge mit den Teams des 1. FFC Frankfurt und Turbine Potsdam durcheinandergewirbelt haben, tut der Bundesliga gut und ist für die Ausgeglichenheit der Liga wichtig.“

Auch Bundestrainerin Silvia Neid, die gemeinsam mit DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg und DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock den Erfolg der Wolfsburgerinnen vor 5859 Zuschauern verfolgte, würdigte den VfL. „Wolfsburg war über eine lange Saison hinweg die konstanteste Mannschaft. Dort wurde ein tolle Arbeit und in der Trainingsplanung offensichtlich viel richtig gemacht“, kommentierte Neid die Leistung der Mannschaft und des Erfolgstrainers Ralf Kellermann: „Wolfsburg ist ein würdiger und verdienter Meister.“

Nun drücken Niersbach und Neid den Wolfsburgerinnen für das Finale in der Königsklasse die Daumen. „Wir würden uns wirklich alle sehr freuen, wenn wieder ein europäischer Vereinstitel von einem deutschen Team geholt wird“, sagte die Bundestrainerin: „Wenn Lyon einen guten Tag hat, ist Wolfsburg auf Augenhöhe. Wenn Lyon einen sehr guten Tag hat, wird es schwer. Die Französinnen sind gespickt mit Weltklasse-Spielerinnen. Dennoch hat Wolfsburg auf jeden Fall eine Chance.“

Die Vize-Meisterschaft und die damit verbundene Qualifikation für die Champions League sicherte sich überraschend der Serienmeister der vergangenen vier Jahre aus Potsdam. Die Mannschaft von Trainer Bernd Schröder setzte sich 2:0 (1:0) beim bereits feststehenden Absteiger FSV Gütersloh durch. Der siebenmalige Meister 1. FFC Frankfurt verspielte durch ein 1:2 (0: 2) gegen Bayern München die fast schon sicher geglaubte Königsklassen-Teilnahme.

Neben Gütersloh stand auch der zweite Absteiger bereits fest. Das Abenteuer Bundesliga endete für den VfL Sindelfingen nach nur einer Saison. „Wir sind gezwungen, einen Umbruch vorzunehmen. Neben einigen erfahrenen Fußballerinnen wollen wir unseren Nachwuchs an die erste Mannschaft heranführen und eine gute Rolle in der 2. Liga spielen“, äußerte Abteilungsleiterin Martina Schmid.

sid

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