Schwäbische Power und verwirrte Kiwis

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Kim Kulig (r.) fiebert mit dem VfB Stuttgart mit.

Berlin - Eine DFB-Spielerin schläft in VfB-Bettwäsche, Julia Görges und Sabine Lisicki fiebern mit den deutschen Damen und um die Neuseeländerinnen herrscht Verwirrung - Kurioses rund um die Frauen-WM.

FUSSBALLTENNIS: Der Siegeszug der DFB-Kickerinnen wird auch von den deutschen Tennis-Assen aufmerksam registriert. Wimbledon-Halbfinalistin Sabine Lisicki und Julia Görges twitterten am Dienstagabend beim deutschen 4:2-Sieg über Frankreich regelmäßig die Zwischenstände in die Welt. Die Berlinerin Lisicki war dabei die Fleißigere: Gleich achtmal meldete sich die 21-Jährige via Twitter zu Wort, Görges viermal. “Well done German girls :))) 4:2“, lautete Lisickis Fazit.

SCHWÄBISCHE FRAUEN-POWER: Kim Kulig spielt beim Hamburger SV zwar im hohen Norden - das Herz der in Herrenberg bei Stuttgart geborenen jungen Frau schlägt indes für den Schwaben-Stolz VfB. Die Europameisterin von 2009 schläft sogar hin und wieder in der Bettwäsche ihres Lieblings-Clubs. “Man muss sich das aber nicht so vorstellen, dass ich das jeden Tag mache“, vertraute sie nach dem 4:2 über Frankreich Wissbegierigen an. In alter Verbundenheit mit dem Schwabenland winkt ihr binnen Kürze sogar ein Kurztrip: Bruno Labbadia hat sie zum gemeinsamen Training eingeladen. “Klar - ich komm' mal vorbei“ - der VfB bekommt Frauen-Power.

MASKOTTCHEN MIT HOSE: Maskottchen-Katze Karla Kick hat es besser als Löwe Goleo - sie trägt nämlich eine Hose. So ist sie nicht nur vor Spott gefeit, sondern bekommt sogar Lob, beispielsweise auf der Facebook-Seite der DFB-Frauen. “Schön, dass Karla auch 'ne Hose bekommen hat, nicht so wie der arme Goleo damals ;-)“, wird unter einem Karla-Foto kommentiert. Wir erinnern uns: Dass Goleo - Löwen-Maskottchen der WM 2006 - untenrum nichts anhatte, hatte für einigen Wirbel gesorgt. Spottend wurde im Internet gefragt, wie man wohl reagieren würden, wenn einem “ein zwei Meter großer, langhaariger Typ mit debilem Grinsen, dafür aber untenherum vollkommen unbekleidet entgegenkommt?“ Auf der englischen FIFA-Seite zur WM hieß es (übersetzt): “GOLEO VI hat nichts gegen Hosen, aber versteht das Bohei darum nicht, ob er eine tragen sollte oder nicht.“

So sexy ist die Frauen-WM

So sexy war die Frauen-WM

SCHÖNER ABSCHIED: Besser konnte der Auswahl-Abschied für die nigerianische Fußball-Nationalspielerin Stella Mbachu nicht ausfallen. Ihr Team gewann das letzte Vorrundenspiel in Dresden gegen Kanada 1:0 und schied damit nicht punktlos aus dem WM-Turnier aus. Die 33-jährige Angreiferin wurde zudem zur besten Spielerin der Partie gekürt. “Ja, es war mein letztes Spiel für Nigeria. Ich bin sehr stolz, dass wir gewonnen haben und dass ich meinen Beitrag dazu leisten konnte“, meinte sie bescheiden nach ihrem 88. Länderspiel. Dabei hatte sie im Spielverlauf die Kanadierinnen mit ihren tollen Flügelläufen immer wieder vor Probleme gestellt und so zahlreiche Chancen vorbereitet.

SPITZNAMEN-VERWIRRUNG: Wie heißen sie denn nun, die Neuseeländerinnen? Gleich drei Spitznamen hat die Frauennationalmannschaft vom fünften Kontinent und ist sich offensichtlich selbst nicht so einig, wie es nun heißen muss. “Football-Farns“, also “Fußball-Farne“, ist nach Auskunft von Spielführerin Rebecca Smith die aktuelle Variante - nach der Pflanze auf dem Nationalwappen. “Swanz“ - die “Schwäne“ - lautet hingegen der ursprüngliche nickname der Neuseeländerinnen, entstanden aus einem Buchstabendreher: Der Verband hatte sich 1991 in Women's Soccer Association of New Zealand, kurz WSANZ, umbenannt. Doch auch der klassische Neuseeland-Spitzname für alle Gelegenheiten - “Kiwis“ - wird weiter verwendet, so beispielsweise von Trainer John Herdman.

SCHWEDEN-STAR MAG DEUTSCHE MÄNNER: Schwedens Stürmer-Star Lotta Schelin wurde von der “Süddeutschen Zeitung“ gefragt, was sie an der WM-Atmosphäre bisher am meisten beeindruckt habe. Ihre Antwort: “Deutsche Männer in schwedischen Trikots.“ Das habe “soweit ganz niedlich“ ausgesehen. “Gelb und Blau steht fast jedem“, erklärte die 27-jährige Spielerin von Champions-League-Sieger Olympique Lyon.

dpa

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