Bundestrainerin Neid: "Birgit ging es schlecht"

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Silvia Neid und ihr Team treffen im Viertelfinale auf Japan.

Mönchengladbach - Durch den Frankreich-Sieg zieht Deutschland als Gruppenerster ins WM-Viertelfinale ein. Bundestrainerin Silvia Neid spricht über die Leistung ihres Teams und die Verfassung von Birgit Prinz.

Drei Spiele, drei Siege - mit einer "weißen Weste" zieht die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft als Gruppensieger ins Viertelfinale der Weltmeisterschaft im eigenen Land ein. In der abschließenden Vorrundenpartie gegen Frankreich feierte das Team von Silvia Neid einen verdienten 4:2-Erfolg.

Im Interview spricht die Bundestrainerin über ihre taktischen Änderungen im Vergleich zu den ersten beiden Gruppenspielen und erklärt, warum sie trotz der beiden Gegentore mit der Leistung gegen Frankreich zufrieden ist. Außerdem verrät sie, warum Spielführerin Bigit Prinz nur auf der Eratzbank saß.

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Frau Neid, überwiegt die Freude über die vier Tore beim 4:2 gegen Frankreich oder der Ärger über die Schwächen in der Defensive bei den zwei Gegentreffern?

Silvia Neid: Ich fand unsere Defensive richtig gut - vor allem in der ersten Halbzeit. In der Offensive waren wir fantastisch. Wir haben nur bei zwei Standardsituationen nicht aufgepasst, das war unser Problem. Wenn am Ende aber so ein Ergebnis steht, dann bin ich froh.

Sie haben vier Veränderungen im Vergleich zum 1:0 gegen Nigeria vorgenommen. Hat man als Trainerin nach so einem Ergebnis alles richtig gemacht?

Neid: Ich habe gar nichts richtig gemacht, ich habe ja nicht gespielt. Die Spielerinnen haben sich toll in die Partie reingebissen und das gemacht, was wir wollten. Insgesamt war das klasse, Kompliment an mein Team.

Wie haben Sie den Auftritt Ihres Teams insgesamt gesehen?

Neid: Die Mannschaft wirkte von der ersten Minute an befreit. Sie hat viel Spielfreude gezeigt. Jetzt können wir mit großem Selbstbewusstsein ins Viertelfinale gehen. Aber Japan ist ein sehr starker Gegner - und das wird ein ganz neues Spiel.

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Können Sie nochmal erläutern, warum Spielführerin Birgit Prinz nur auf der Reservebank saß?

Neid: Birgit und ich standen in regem Kontakt. Wir haben jeden Tag gesprochen. Birgit wusste seit Sonntag oder sogar schon seit Samstag, dass sie nicht spielt. Ich habe sie gefragt, ob sie mental in der Lage sei zu spielen. Sie hat gesagt: Nicht von Anfang an. Das zeigt, wie schlecht es ihr ging. Es hat ihr sicher sehr gut getan, dass sie nicht gespielt hat.

Ersatz Inka Grings hat zwei Treffer erzielt und ein Tor vorbereitet. Für Prinz dürfte eine Rückkehr ins Team schwer werden, oder?

Neid: Wir sind ein Team. Birgit hat sich über die Tore genauso gefreut wie alle anderen auch. Wer im nächsten Spiel anfangen wird, kann ich noch nicht sagen. Ob Birgit im nächsten Spiel dabei sein wird, werden wir sehen. Sie war in den letzten Tagen schon sehr viel befreiter. Ich bin mir sicher, dass wir noch viel von ihr sehen werden.

Warum haben Sie Prinz nicht noch eingewechselt?

Neid: Wieso sollte ich Birgit bringen, wo es doch wunderbar lief? Das hätte ihr gar nichts gebracht.

Auch Fatmire Bajramaj ist neu ins Team gekommen. Wie haben Sie ihre Leistung gesehen?

Neid: Aufsteigend. Sie war sehr agil, sehr aktiv und hat defensiv sehr gut gearbeitet. Sie hat nur ab und zu den richtigen Moment für das Abspiel verpasst.

sid

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