Stimmen zum Aus gegen Schweden

Frauen-WM: DFB scheidet ohne „Initiative und Mut“ aus - Voss deutet mögliche Rücktritte an

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Deutschland ist aus der WM ausgeschieden. Gegen Schweden verlor das DFB-Team mit 1:2. 

WM- und Olympiatraum sind für die deutschen Fußballerinnen geplatzt. Nach der Pleite gegen Schweden zeigt sich das Team sehr enttäuscht.

Rennes - Deutschland ist im WM-Viertelfinale gegen Schweden aus dem Turnier ausgeschieden. Das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg ging früh in Führung, verlor dann jedoch die Kontrolle über die Partie. Nach dem schnellen Ausgleich waren die Skandinavierinnen dem Führungstreffer näher als das deutsche Team und kurz nach Anpfiff zur zweiten Hälfte erzielte Stina Blackstenius den Treffer zum 2:1 - eine kalte Dusche für die DFB-Frauen, die sich vom Rückstand nicht mehr erholen konnten. 

In einer aus deutscher Sicht schwachen zweiten Hälfte fehlten kreative Momente und bis in die Nachspielzeit sogar die Torchancen. Das Ausscheiden des DFB-Teams ist unterm Strich verdient, auch wenn zwei Situationen rund um den Videobeweis zumindest diskutabel waren. Die Stimmen zum Spiel: 

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg über ... 

... die Unsicherheit nach dem Ausgleichstreffer: „Wir sind nach dem Gegentor ein bisschen rausgekommen aus unserem Spiel. Wir sind in einem Prozess, sind noch nicht so gefestigt.“

... die Situation vor dem 1:2: „Ich weiß nicht, ob es vor dem zweiten Tor ein klares Foulspiel ist. Wir müssen es trotzdem besser verteidigen. Es liegt nicht an einer Szene. Aber wenn du dann in Rückstand gerätst und viel investieren musst, dann wird es schwer.“

... die Gründe für das Aus: Uns hat vielleicht auch ein bisschen Spielglück gefehlt. Was man der Mannschaft nicht vorwerfen kann, ist, dass sie es nicht bis zum Ende probiert haben. Uns haben die Konsequenz, die Initiative und der Mut gefehlt. Am Ende muss man sagen: Es ist ein Sieg von Schweden, den wir respektieren.“

... die Zukunft des Teams: „Wir müssen daran wachsen und uns neue Ziele setzen. Wir wollen die EM erreichen.“

... die Zukunft einiger Spielerinnnen: „Ich weiß auch, dass die eine oder andere Spielerin mit dem Gedanken spielt, dann auch Schluss zu machen, mit der Nationalmannschaft. Wer? Kann ich jetzt natürlich nicht sagen.“

Torhüterin Almuth Schult über... 

... ihre Gemütslage: „Ich bin sehr enttäuscht. Wir haben uns das anders vorgenommen.“

... den Ausgleichstreffer: „Es ist ein langer Ball der zum Tor führt: Danach ist das Spiel bergab gegangen. Letztlich hatte Schweden die besseren Torchancen.“

... einen möglichen Elfmeter in der Schlussphase:  „Für mich ist das ein Foul. Ich habe die Schiedsrichterin auch darauf hingewiesen, dass sie sich das hätte anschauen müssen. Aber das ist nicht der Grund, warum wir heute ausgeschieden sind.“

... die Folgen des Ausscheidens: Man lernt aus jedem Spiel, aus jeder Niederlage. Heute ist es halt blöd, weil wir uns das anders vorgenommen haben. Es ist nicht zu erklären, nicht zu entschuldigen, das ist einfach bitter.“

Direkor Nationalmannschaften Oliver Bierhoff über... 

... das Ausscheiden der DFB-Frauen: „Natürlich sind wir enttäuscht über das Ausscheiden, und wir sind auch traurig, die Olympia-Qualifikation nicht geschafft zu haben. Und dennoch hat uns dieses Team junger Frauen in den letzten Tagen und Wochen nicht enttäuscht, sondern - ganz im Gegenteil - viel Freude bereitet, mit ihrem sympathischen, authentischen Auftreten, mit ihrer Frische und ihrer Leidenschaft. Wir haben uns in Frankreich gut präsentiert.“

... die Zukunft der Frauennationalmannschaft: „Uns allen war von Anfang an klar, dass für diese Mannschaft gerade ein neuer Prozess begonnen hat, den wir gemeinsam mit Martina eingeleitet haben. Zu einem solchen Prozess, der nicht mit diesem Turnier endet, gehören auch Rückschläge. Die Leistungsdichte im Frauenfußball ist so hoch wie wohl nie zuvor.“

Der Live-Ticker der Partie Deutschland - Schweden zum Nachlesen. 

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