Frankreich deklassiert Kanada

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Jubel bei den französischen Nationalspielerin: Nach dem 4:0 Erfolg gegen Kanada steht die Mannschaft so gut wie sicher im Viertelfinale.

Bochum - Frankreich hat auch sein zweites Spiel bei der Frauenfußball-WM gewonnen und steht praktisch sicher im Viertelfinale. Für Kanadas Fußballfrauen ist in der deutschen Gruppe A nach der 4:0-Niederlage das Aus fast unausweichlich.

Für Frankreich trafen vor 16.591 Zuschauern in Bochum zwei Mal Gaetane Thiney, Camille Abily und Élodie Thomis. Frankreich hatte das erste Spiel gegen Nigeria mit 1:0 gewonnen, Kanada seinen Auftakt in Berlin gegen die deutschen Frauen mit 1:2 verloren.

“Wir hatten am Anfang ein paar schwierige Minuten, doch dann haben wir sehr gut gespielt, gekonnt die Bälle erobert und vor allem das erste Tor geschossen. Das war sehr wichtig“, sagte Frankreichs Trainer Bruno Bini.

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Nach einer flotten ersten Viertelstunde, in der Kanada gefährlicher wirkte, bekämpften sich die beiden Teams mit viel Körpereinsatz zwischen den Strafräumen. Diana Mathesons vertändelte Schussmöglichkeit auf Pass von Sophie Schmidt (15. Minute) blieb eine der besten Szenen der Kanadierinnen bis zur Pause. In der 24. Minute dann etwas überraschend die Führung für Frankreich: Ein abgefälschter Schuss von Élise Bussaglia fiel genau auf den Kopf von Linksaußen Thiney, die Kanadas Keeper Erin McLeod zum 1:0 überlupfte.

Frankreich kontrollierte nun das Spiel und hätte nach einer halben Stunde durch einen tollen Heber vonLouisa Nécib fast erhöht - McLeod hielt mit viel Mühe. Während Frankreich gut kombinierte und nach vorne gefährlich blieb, konnten die Kanadierinnen nur durch Einzelaktionen von Kapitän Christine Sinclair, die nach ihrem im Spiel gegen Deutschland erlittenen Nasenbeinbruch mit einer Gesichtsmaske spielte, und Stürmerin Jonelle Filigno überhaupt in Strafraumnähe kommen. Die zahlreichen kanadischen Fans im Bochumer Stadion hatten wenig Grund zur Freude.

“Die Französinnen waren besser und cleverer als wir“, sagte die enttäuschte Kanadierin Diana Matheson.

Abily köpft die Entscheidung

Auch nach dem Wechsel blieben die Französinnen das stärkere Team. Marie-Laure Delie scheiterte an Erin McLeod. In der 60. Minute leitete Kanadas Innenverteidigerin Emily Zurrer dann mit einem schlimmen Ballverlust vor dem eigenen Strafraum die Vorentscheidung ein. Thiney schoss den Ball sehenswert an den Innenpfosten, von wo er zum 2:0 ins Netz prallte. “Zwei Tore zu schießen ist toll, aber das Resultat ist noch besser“, sagte Thiney. “Wir haben die Tore im richtigen Moment geschossen.“

In der 66. Minute entschied Frankreichs Nummer zehn Abily die Begegnung mit einem schönen Kopfballtreffer nach einem Eckball endgültig. In den Weg stellte sich ihr dabei niemand.

Für Kanada wurde das Spiel nicht schöner: Zehn Minuten vor dem Ende musste Sinclair kurzfristig vom Feld, nachdem Sonia Bompastor ihr den Ball auf die lädierte Nase gedonnert hatte. Das schönste Tor des Tages erzielte kurz darauf die eingewechselte Thomis nach wunderbarem Steilpass von Louisa Nécib - 4:0 lautete auch der Endstand.

dapd

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