Frankfurt-"Fans" randalieren nach Aufstieg

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In Aachen gab's nach dem Frankfurter Aufstieg Randale.

Aachen - Der stark abstiegsbedrohte Zweitligist Alemannia Aachen beklagt nach den Jubelfeiern Frankfurter Fans am Montagabend auf dem Tivoli einen hohen Sachschaden.

Als die glückseligen Profis von Eintracht Frankfurt am Dienstagmorgen um 3.30 Uhr jubelnd in die noble Hotel-Bar „Roomers“ in der Nähe des Hauptbahnhofs einzogen und anschließend wie wild auf den Tischen tanzten, standen knapp 50 Fans vor dem Stadion im Regen. Die Eintracht-Profis hatten nach der dreistündigen Fahrt wohl nicht damit gerechnet, dass sich die Anhänger nach der erfolgreichen „Mission direkter Wiederaufstieg“ bei miserablem Wetter vor der Frankfurter WM-Arena versammeln würden. Nachdem der Bus ohne Spieler und Trainer Armin Veh dann um 4.00 Uhr vor dem Stadion hielt, verschenkten die Betreuer an die enttäuschten Fans zumindest schnell ein paar Trikots.

Trösten können hätte die Frankfurter Anhängerschar vor allem Veh, doch auch nach der Rückkehr in die Fußball-Bundesliga wollte sich der Aufstiegstrainer noch nicht zu einem Bekenntnis für die Eintracht hinreißen lassen. „Meine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Ich will in Ruhe darüber nachdenken“, sagte Veh nach dem souveränen 3:0 (1:0) bei Alemannia Aachen. Veh wird sich aber möglicherweise bereits Ende der Woche erklären. Vor allem dann, wenn die Hessen den geplanten Lizenzspieleretat von 24 auf 28 Millionen Euro erhöhen.

„Es kann nicht sein, dass von 70 Millionen Umsatz nur 24 für die Spieler übrig bleiben. Geld ist für mich nicht entscheidend, ich bin zum Glück in der Situation, dass ich darauf nicht angewiesen bin. Aber ich bin ehrgeizig, und anders als bei Augsburg oder Fürth reicht es eben nicht, um Platz 15 zu spielen. Frankfurt muss höhere Ziele haben, als im Tabellenkeller zu stehen. Mein Ziel ist es, die Leute und Fans zu begeistern“, sagte Veh.

In Frankfurt rechnet allerdings jeder damit, dass Veh einen neuen Vertrag unterschreibt. So auch Sportmanager Bruno Hübner. „Ich bin immer Optimist. Ich habe schon Signale bekommen und bin zuversichtlich, dass es mit Veh weitergeht. Unsere Chancen für eine Vertragsverlängerung stehen nicht ganz so schlecht“, sagte Hübner. Ähnlich bewertete die Situation auch Vorstandschef Heribert Bruchhagen: „Wir sind alle guter Dinge, und ich gehe davon aus, dass er sich für uns erklären wird.“

Erleichtert nach dem insgesamt vierten Aufstieg in die Bundesliga war allen voran Bruchhagen. Schließlich hatte der 63-Jährige nach dem „katastrophalen Abstieg“ im vergangenen Jahr Macht abgeben und mit Hübner einen Sportmanager ins Boot holen müssen. „Wir haben sehr viel Geld in die Hand genommen, deshalb hat unser Finanzvorstand Thomas Pröckl oft gezuckt. Aber wir mussten alles in die Waagschale werfen, um sofort wieder aufzusteigen“, sagte Bruchhagen. Sobald Veh weiß, ob er Eintracht-Trainer bleiben will, werden die Planungen für die neue Saison forciert. Bereits verpflichtet wurde Stefan Aigner vom Zweitligisten 1860 München. Ganz oben auf der Wunschliste steht auch weiter Angreifer Patrick Helmes vom VfL Wolfsburg. Zudem sollen noch ein Keeper, ein zentraler Verteidiger und ein Mittelfeldspieler an den Main kommen.

Das wird die Frankfurter Fans freuen. Wenig erfreulich war dagegen einmal mehr das Verhalten der rund 5000 mitgereisten Anhänger in Aachen. Denn die Alemannia beklagte am Montagabend auf dem Tivoli einen Sachschaden von rund 75.000 Euro. Die Anhänger der Hessen waren in den Innenraum gestürmt, nachdem die Eintracht den Aufstieg perfekt gemacht hatte.

Es wurden fünf Strafanzeigen gestellt, knapp 40 Personen, darunter auch einige Ordner, wurden leicht verletzt. Das Stürmen des Innenraums durch rund 1200 Frankfurter Fans hatten einen Polizeieinsatz ausgelöst. „Wenn Aufstiegsfreude in Sachbeschädigung und Vandalismus ausufert, dann fehlt uns dafür jegliches Verständnis“, sagte Aachens Geschäftsführer Frithjof Kraemer.

Zudem flogen auch wieder Bengalos auf das Spielfeld. „Unsere Fans sind überragend. Schade ist nur, dass sie wieder nicht auf die Bengalos verzichten konnten. Denn auch ohne die Bengalos wäre die Stimmung fantastisch gewesen“, sagte Bruchhagen.

sid

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