Franken-Derby: Tor-Depp wird zum Pokalhelden

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Edgar Pribs (l.) Kopfballtreffer bedeutet für die Spielvereinigung den Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale.

Nürnberg - In Unterzahl hat die SpVgg Greuther Fürth den großen Nachbarn 1. FC Nürnberg aus allen Pokal-Träumen gerissen und das Viertelfinale erreicht. Held des Derby-Abends war Edgar Prib.

Durch ein Kopfballtor von Edgar Prib (15. Minute) gewann der Zweitligist am Dienstag das 254. fränkische Fußball-Derby beim Erzrivalen verdient mit 1:0 (1:0) und feierte den ersten Erfolg gegen den “Club“ seit März 2001. Dabei mussten die “Kleeblätter“ die Partie vor 48 548 Zuschauern nach der Gelb-Roten Karte für Bernd Nehrig (66.) wegen wiederholten Foulspiels zu zehnt beenden.

Von einem Klassenunterschied konnte im Prestigeduell der fränkischen Rivalen keine Rede sein. Beflügelt durch den 5:0-Sieg zum Vorrundenabschluss gegen Union Berlin spielte Greuther Fürth auch im Derby entschlossen nach vorne und nutzte gleich die erste Unaufmerksamkeit der “Club“-Abwehr eiskalt aus. Als Christopher Nöthe nach einer Viertelstunde einen Eckball von Heinrich Schmidtgal mit dem Kopf verlängerte, stand Prib völlig frei und köpfte zum 0:1 ein.

Noch vor Wochenfrist hatte der 22-Jährige beim 0:0 in Frankfurt eine Riesenchance ausgelassen und sich damit zum Gespött gemacht. Die frühe Vorentscheidung vergab wenig später Stephan Schröck, der sich im Laufduell mit Markus Feulner locker durchsetzte, aber um Zentimeter am Nürnberger Gehäuse vorbeizielte (20.).

Nürnberg mit schwacher Offensive

Anders als die SpVgg ließ der FCN im Spiel nach vorne Ideen und Kreativität vermissen. Obwohl Trainer Dieter Hecking bis auf eine Ausnahme - Timothy Chandler verteidigte für Marvin Plattenhardt - die in Leverkusen 3:0 siegreiche Elf aufgeboten hatte, blieb der Bundesliga-15. vor allem in der Offensive fast alles schuldig. Außer einem Schuss von Daniel Didavi (26.), der das Tor von Max Grün verfehlte, bekamen die “Club“-Fans von ihrer Mannschaft nichts zu sehen. Schwächen offenbarten die Hausherren aber auch hinten, wo sich Chandler auf der ungewohnten linken Seite nicht zurechtfand.

Mit einem Kopfball von Philipp Wollscheid (50.), ihrer bis dahin besten Chance, starteten die Nürnberger im zweiten Durchgang das Unternehmen Aufholjagd. Der eingewechselte Alexander Esswein brachte zwar mehr Schwung in die Angriffsaktionen, doch erst nach dem Platzverweis von Nehrig bekam der “Club“ eindeutig Oberwasser. Die Gelegenheiten häuften sich, doch Dominic Maroh (65.) und der Ex-Fürther Christian Eigler (73.) brachten den Ball nicht an Grün vorbei. Selbst als der “Club“ die Brechstange auspackte, stellte sich der Erfolg nicht ein. Einem Kopfballtor von Didavi (79.) versagte Schiedsrichter Knut Kircher wegen vorausgegangenen Foulspiels die Anerkennung.

dpa

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