Ribéry: "Es fühlt sich so gut an, zu treffen"

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Im Trikot der Franzosen traf Ribery zuletzt 2009.

München - Lange glänzte Ribéry nur im Bayern-Trikot. Rechtzeitig zur EM glücken dem Münchner seine Glanztaten wieder für Frankreich. Beim 3:2 gegen Island erzielte er sein erstes Länderspieltor seit 2009.

Franck Ribéry genoss die Ovationen der Zuschauer und seiner Mitspieler. Nur eine Viertelstunde brauchte der Bayern-Star beim schmeichelhaften 3:2 (0:2) im ersten EM-Härtetest gegen Island, um zwei Wochen vor der EURO seinen unschätzbaren Wert für das französische Fußball-Nationalteam zu beweisen.

Nach dem genialen Lupfer zum 2:2 zeigte sich der Bayern-Star erleichtert über sein erstes Länderspieltor seit mehr als drei Jahren. “Es fühlt sich so gut an, zu treffen“, meinte der Münchener Flügelflitzer, der am Sonntagabend 15 Minuten vor Schluss eingewechselt wurde. “Ich war wirklich frei, sehr glücklich, sehr zufrieden.“

Schon als Ribéry für den enttäuschenden Rückkehrer Yoann Gourcuff den Platz in Valenciennes betrat, schmeichelte ihm der Jubel im französischen Norden - nur 150 Kilometer von seinem Geburtsort entfernt - sichtlich. “Das Tor ist sehr wichtig für ihn. Wenn das ein Aha-Erlebnis für ihn sein könnte, wären wir sehr glücklich“, meinte Nationaltrainer Laurent Blanc.

Zuletzt hatte Ribéry im April 2009 für die Équipe Tricolore getroffen und war durch seine Rolle beim Trainingsboykott während der WM 2010 in der französischen Öffentlichkeit in Ungnade gefallen. Anfang des Jahres zeigte sich der 29-Jährige in einem Interview als reuiger Sünder, auch die sportliche Versöhnung scheint nun vor der Europameisterschaft endgültig abgeschlossen.

Ribéry habe “Wiedergutmachung betreiben“ können, schrieb das Internetportal sports.fr, als “Meisterwerk“ bezeichnete der Radiosender Europe 1 seinen Heber in der 85. Minute. “Mein Tor hat mich ein bisschen daran erinnert, was ich bei Bayern mache. Ich habe heute befreit aufgespielt“, sagte Ribéry. Dies habe er aber zuletzt im Nationaltrikot nicht zeigen können. “Es ist lange her, dass in einem französischen Stadion mein Name gerufen wurde.“ Nach dem dreifach missglückten Titelanlauf mit dem deutschen Rekordmeister will er sich in Polen und der Ukraine nun ein versöhnliches Saisonfinale bescheren.

Mathieu Debuchy (52.) hatte gegen Island die Wende eingeleitet, Adil Rami (87.) sorgte endgültig dafür, dass das seit 19 Partien ungeschlagene Team seinen Status als EM-Geheimfavorit wahrte. Mit den Treffern von Birkir Bjarnason (28. Minute) und Kolbeinn Sigthorsson (33.) legte der Weltranglisten-131. allerdings schonungslos die Schwächen des zweimaligen Europameisters offen. Besonders Patrice Evra auf der linken Abwehrseite und Innenverteidiger Philippe Mexès zeigten sich noch nicht in Form für das erste EM-Gruppenspiel gegen England am 11. Juni.

Am kommenden Donnerstag gegen Serbien und am 5. Juni gegen Estland bieten sich die letzten Gelegenheiten für den EURO-Feinschliff. Zuvor muss Blanc noch zwei Spieler aus seinem vorläufigen 25-Mann-Aufgebot streichen. Welches Duo es treffe, werde er am Dienstagvormittag kurz vor Ende der Frist bekanntgeben, sagte der frühere Verteidiger.

Eine unangenehme Überraschung gab es schon am Pfingstmontag für alle Kader-Mitglieder: Wegen Nebels konnte der Flieger in den Morgenstunden nicht im nordfranzösischen Le Touquet landen und musste wieder umdrehen. Nach einer kurzen Nacht erreichte der Tross das Trainingslager erst am späten Vormittag, das Ausflugsprogramm “Run and Bike“ musste ausfallen.

dpa

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