Köln gegen Düsseldorf

Derby: FC und Fortuna richten Appell an Fans

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Polizei und Vereine hoffen darauf, dass es beim rheinischen Derby am kommenden Sonntag friedlich bleibt.

Köln - Vor dem 55. Duell der rheinischen Erzrivalen 1. FC Köln und Fortuna Düsseldorf am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) appellieren die Verantwortliche beider Klubs an die Fans.

 „Ich kann nur aufrufen: unterstützen - gerne und lautstark. Aber Gewalt, Bengalos und Diffamierungen - das alles hat rund um dieses Spiel nichts zu suchen“, sagte Kölns Sportvorstand Jörg Schmadtke (49) der Sport Bild. Und auch die beiden Trainer hoffen, dass die mit erhöhtem Risiko eingestufte Partie vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften RheinEnergie-Stadion friedlich über die Bühne geht.

„Es soll ein Event werden, zu dem du ohne Sorgen auch mit deinen Kindern hingehen kannst. Bei aller Emotionalität geht es um Fußball“, sagte Fortuna-Trainer Mike Büskens (45). FC-Kollege Peter Stöger (47) zeigte sich vier Tage vor dem Spiel besorgt: „Ich bin ein friedliebender Mensch. Ich hoffe, dass alles ruhig abgehen wird. Solche Rivalität kenne ich aus Wien, wenn auch nicht ganz in dem Ausmaß. Aber da ist es auch nicht immer lustig. Ich bin immer sehr froh, wenn die ganze Geschichte unter fairen Rahmenbedingungen auf dem Sportplatz ausgetragen wird. Das ist es, was ich mir wünsche.“

Der Kölner Polizei liegen keine konkreten Hinweise auf geplante Ausschreitungen zwischen den Fan-Lagern vor, wie Pressesprecherin Dorothe Goebel am Mittwoch sagte. Dennoch mache man sich Sorgen, da die Düsseldorfer Ultras für Sonntag einen Marsch vom Bahnhof Ehrenfeld zum Stadion angekündigt haben. „Da müssen die Düsseldorfer Fans über die Aachener Straße, was sehr problematisch ist, da diese eine Hauptzufahrtsstraße ist. Wir wollen die Düsseldorfer sicher und pünktlich zum Stadion bringen, müssen aber auch gewährleisten, dass zum Beispiel die Fahrzeuge der Rettungskräfte durchkommen“, sagte Goebel.

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Ein Teil der Fortuna-Ultras hat angekündigt, in einem speziellen T-Shirt zum ersten Derby seit 14 Jahren zu marschieren. Auf dem weißen Hemd ist das Konterfei des Kölner Geißbocks mit dem Schriftzug „Opfer“ aufgedruckt. Zudem wurde ein Flyer aufgelegt, auf dem die Hohenzollernbrücke in Trümmern liegt, was die FC-Freunde unnötig provoziert. Über die Anzahl der Sicherheitskräfte, die am Sonntag in der Domstadt eingesetzt werden, macht die Kölner Polizei keine Angaben. „Die Polizei und ihre Netzwerkpartner haben sich sehr sorgfältig auf das Spiel vorbereitet. Wir hoffen auf ein für alle Fans spannendes und vor allem friedliches Derby. Sollten irgendwelche Leute, die keine Fans sind, das Spiel zu Gewalttaten nutzen wollen, zeigen wir kompromisslos die Rote Karte“, sagte Goebel.

Insgesamt wurden 122 Bereichsbetretungsverbote ausgesprochen. 88 gewaltbereite Fans des 1. FC Köln und 34 Fortunen dürfen sich an diesem Tag nicht im Umkreis des Stadions und in der Kölner Innenstadt aufhalten. Ihnen droht bei Verstoß gegen diese Auflage ein Bußgeld von 500 Euro, sollten sie zweimal erwischt werden, sogar Gewahrsam. Zudem erhielten 150 Kölner und 25 Düsseldorfer Ultras, die schon einmal negativ aufgefallen sind, Post von der Polizei. Sie wurden ermahnt, sich an Recht und Gesetz zu halten. „Wir handeln nach dem Grundsatz: Dialog-Transparenz-Konsequenz“, sagte Goebel.

sid

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