Dann wäre der Weg frei für Holtby

Bringt Bastos den Samba auf Schalke?

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Bastos spielt für Olympique Lyon

Gelsenkirchen - Der Brasilianer Raffael trainiert schon mit Schalke. Ihm soll Landsmann Bastos folgen, wenn sich Schalke und Lyon über die Ablöse einigen. Dann wäre der Weg frei für Lewis Holtby.

Personalrochaden auf Schalke: Mit tief ins Gesicht gezogener blau-weißer Mütze absolvierte Raffael seine erste Übungseinheit in Gelsenkirchen. Dem vom ukrainischen Vizemeister Dynamo Kiew bis Saisonende ausgeliehenen Brasilianer soll so bald wie möglich dessen Landsmann Michel Bastos von Olympique Lyon zum Fußball-Bundesligisten folgen. So wäre Lewis Holtby frei für einen sofortigen Wechsel zu Tottenham Hotspur, wo der deutsche U 21-Kapitän bereits einen Vertrag vom 1. Juli bis zum 30. Juni 2018 unterschrieb.

Schalkes Manager Horst Heldt ist sich laut Medienberichten mit Linksaußen Bastos, der bei den Franzosen noch einen Vertrag bis 2015 besitzt, bereits über den Wechsel einig. Allerdings pokern die Königsblauen noch mit Lyon um die Ablösesumme. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung bietet Heldt rund fünf Millionen Euro, die Franzosen fordern sieben bis acht Millionen. Anders als Raffael, der in der laufenden Saison schon drei Champions-League-Spiele für Kiew bestritt, wäre der 29 Jahre alte Bastos auch in der „Königsklasse“ für die Königsblauen spielberechtigt.

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„Tottenham überlegt. Das muss man abwarten“, sagte Heldt zu einem möglichen Blitztransfer Holtbys zum Premier-League-Club aus London. Vieles deutet darauf hin, dass beide Deals noch vor dem Ende der Transferfrist am 31. Januar über die Bühne gehen. „Wir sondieren den Markt, da wir mit einigen Verletzungen zu kämpfen haben“, erklärte Schalkes Sportvorstand Heldt. Er macht keinen Hehl daraus, Augen und Ohren weiter offen zu halten. Und hofft, für den im Sommer ablösefreien Holtby jetzt noch ein paar Pfund zu bekommen.

Derweil verspricht Nationalspieler Holtby hoch und heilig, sich bis zuletzt voll in den Dienst der Revierelf zu stellen. Doch weil viele Fans enttäuscht über seinen Abschied nach England sind, müsste er in den kommenden Monaten auch mit wenig leistungsfördernden Pfiffen der eigenen Anhängerschaft rechnen. Nicht zuletzt deshalb lässt Holtby keine Gelegenheit aus, um die Gunst der Fans zu buhlen.

„Ich weiß nicht, was kommt. Ich bin immer ehrlich gewesen und habe mich nie verstellt. Ich mag Schalke sehr und bin dem Verein und den Fans dankbar für alles“, betonte der 22-Jährige im Interview auf der DFB-Homepage (Donnerstag). Den Fan-Frust kann er sogar nachvollziehen: „Spieler kommen und gehen, aber die Fans bleiben immer da und leben für ihren Verein. Was sie an Zeit und Geld in ihre Liebe zum Club stecken, ist nicht ohne. Daher kann ich verstehen, wenn Leute enttäuscht sind, und ich respektiere das auch. Aber es darf nicht so weit gehen, dass man persönlich beleidigt wird.“

Einen raschen Wechsel auf die Insel schloss Holtby angesichts der Personalentwicklungen selbst nicht mehr aus: „Ausschließen kann man im Fußball nie etwas. Aber ich gehe davon aus, bis Juli hier zu spielen und werde bis zur letzten Sekunde alles für Schalke geben.“ Von den Qualitäten von Neuzugang Raffael ist er überzeugt. „Er besitzt als Spielmacher eine enorme Qualität, bei Hertha war er der Dreh- und Angelpunkt“, lobt Holtby dessen „technische und Abschlussqualitäten“. Unterdessen schwärmt Kapitän Benedikt Höwedes vor dem Rückrundenauftakt gegen Hannover 96 am Freitag im Interview mit den „Ruhr Nachrichten“ vom neuen Trainer: „Jens Keller hat eine neue Euphorie entfacht.“

dpa

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