Finke nimmt Podolski-Abgang gelassen

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Volker Finke

Köln - Sportdirektor Volker Finke betrachtet den möglichen Abgang von Nationalspieler Lukas Podolski mit gemischten Gefühlen.

„Es wäre schön, wenn er bleibt. Man muss aber auch sagen: Wenn er nicht bleiben sollte, ist es eine große Herausforderung, aber eben auch eine Chance, die Mannschaft trotzdem oder gerade weiterzuentwickeln“, sagte Finke im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID). Der Wechsel des Nationalspielers zum FC Arsenal ist nach Informationen der Bild-Zeitung perfekt, die Kölner bestätigen die angebliche Einigung auf 13 Millionen Euro Ablöse aber weiterhin nicht.

Spekulationen, dass ihm der Personenkult um Podolski ein Dorn im Auge war, trat Finke entgegen. „Ich kann nur darum bitten, dass ich nicht in eine Schublade gesteckt werde. Es braucht niemand in Köln Angst zu haben, dass ich einen kollektiven staatssozialistischen Fußball in Köln einführen möchte“, sagte er.

Er habe „nur angemahnt, dass nicht Einzelne es alleine schaffen werden, den Klub nach vorne zu entwickeln. Das gilt auf wie neben dem Platz. Wenn der Fokus zu sehr auf einer einzelnen Person liegt, kann es auch mal schwierig sein und zu einem Nachteil werden. Ich bin aber der Meinung, dass Lukas Podolski dem 1. FC Köln sehr gut tut und ein unglaublich wertvoller Mannschaftsspieler ist. Ich bin ein ganz normaler Fußball-Fan und froh, dass man einen solchen Spieler hat.“

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Sein angebliches zerrüttetes Verhältnis zu Trainer Støle Solbakken beurteilte Finke zunächst ausweichend. „In meinem Profil als Sportdirektor stehen viele Dinge, für die ich verantwortlich bin, aber da steht nicht, welche Verhältnisse ich haben soll“, sagte er, ergänzte aber: „Unterschiedliche Meinungen finde ich überhaupt nicht schlimm. Wenn das nicht so wäre, weiß ich nicht, wozu man überhaupt einen Sportdirektor bräuchte. Es geht auch nicht dar um, zusammen zu verreisen oder essen zu gehen. Mit Achim Stocker (Präsident des SC Freiburg zu Finkes Amtszeit, d. Red.) bin ich in 16 Jahren nicht einmal essen gegangen, wir sind bis zum letzten Tag per Sie gewesen und wir haben mindestens 14 Jahre überragend gut zusammengearbeitet.“

Die „Begleitmusik“ im hektischen Umfeld sei „einer der Gründe, warum der 1. FC Köln so faszinierend ist“, so Finke: „Köln ist kein Fußball-Standort, bei dem es um Ruhe geht.“ Er finde es jedoch schade, dass das Thema so an Fahrt aufgenommen habe, „aber sicherlich haben wir im Verein die größte Schuld daran, weil wir vieles nicht intern gehalten haben“, meinte der 63-Jährige: „Wir dürfen keine Vorlagen geben für Begleitmusik, müssen andererseits aber auch Fairness einfordern von den Berichterstattern.“

Gerüchten, er werde in absehbarer Zeit wieder auf der Trainerbank Platz nehmen, dementierte der Sportdirektor energisch: „Ich habe überhaupt keine Gedankenspiele, wieder als Trainer zu arbeiten. Ich habe diesen Fußball-Abschnitt abgeschlossen.“

Das Duell des Tabellen-14. gegen den 15. Hertha BSC mit Trainer Otto Rehhagel am Samstag (15.30 Uhr/live bei Sky) bezeichnete Finke ohne Umschweife als „Sechs-Punkte-Spiel“. Zur Zielsetzung Platz 8 bis 12 würden nur drei, vier Punkte fehlen. „Unangenehm ist der negative Trend der letzten Wochen“, meinte er: „In der Rückrundentabelle stehen wir auf einem Abstiegsplatz. Das muss man als Zeichen sehen, dass wir ganz, ganz konzentriert und wach sein müssen.“

SID

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