Urteil Ende des Monats erwartet

Financial Fairplay: Uefa ermittelt gegen Paris

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Paris St. Germain (hier jubelt Javier Pastore nach dem 3:1 gegen Chelsea) droht Ärger.

Paris - Champions League-Viertelfinalteilnehmer Paris St. Germain steht mit dem Rücken zur Wand. Die UEFA ermittelt wegen Verstoßes gegen das Financial Fair Play. Ein Urteil wird zum Monatsende erwartet.

Die UEFA macht Ernst: Als erster wirklich bedeutender europäischer Großverein ist Paris St. Germain ins Fadenkreuz der Fahnder der Europäischen Fußball-Union geraten. Schon zweimal mussten Vertreter des Vereins in den letzten Monaten am UEFA-Sitz in Nyon antreten, um einen unglaublichen Sponsoren-Vertrag zu rechtfertigen.

Am Dienstag trifft PSG im Viertelfinalrückspiel der Königsklasse auf den FC Chelsea, das Hinspiel in Paris hatte der französische Meister 3:1 gewonnen. Bayern Münchens Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge, gleichzeitig Chef der europäischen Klub-Vereinigung ECA, hatte das Vorgehen des französischen Hauptstadtklubs bereits häufiger als „unfair“ angegriffen. Ein erstes Urteil wird Ende des Monats erwartet. Aber wie immer gibt es eine Berufungsinstanz.

QTA, das Touristen-Werbebüro für Katar, überweist jährlich 200 Millionen Euro an die Franzosen, um Werbung dafür zu treiben, Urlaub im Wüstenland zu buchen. Unverhältnismäßig findet dieses die unabhängige UEFA-Kontrollinstanz der Finanzen der Klubs ICFC, die an Champions League oder Europa League teilnehmen. Zum Vergleich: Der Vertrag zwischen Manchester City und Abu Dhabi Tourismus beläuft sich auf 15 Millionen Euro.

Der Verdacht liegt nahe, dass Paris mit diesem Sponsoren-Vertrag die 45 Millionen Euro Netto-Schulden, die der Klub in dieser und der nächsten Saison noch machen darf, finanzieren möchte. Nachteilig wirkt sich für Paris aus, dass der Sponsoren-Deal auf nur zwei DIN-A-4-Seiten festgehalten ist. Zumindest ungewöhnlich für einen Kontrakt in dieser Größenordnung.

Jean-Claude Blanc, der Generaldirektor von Paris St. Germain, erklärt seine Verteidigungsstrategie: „Katar will in den nächsten zehn Jahren zu einer Touristen-Attraktion werden. Dazu müssen das Land, seine Möglichkeiten, seine Attraktivität bekannt werden. Dazu trägt Paris St. Germain bei. Deshalb verteidigen wir diesen Vertrag nicht arrogant, sondern aus Überzeugung.“

Falls die UEFA trotz dieser Argumente den Vertrag für „unverhältnismäßig“ hält, kann sie den Marktwert einer solchen Vereinbarung festsetzen. In diesem Fall wären die Konten des französischen Meisters, der Quatari-Investment gehört, für die der Sohn von UEFA-Präsident Michel Platini, Laurent Platini, als Rechtsanwalt arbeitet, im roten Bereich und Paris müsste mit Sanktionen rechnen. Diese können von einem „Moratorium“ bis zu einem Titelentzug reichen.

Ein Moratorium würde bedeuten, dass sich der Verein in den nächsten Jahren einer strikten Kontrolle der UEFA unterwirft, was Transfers und Gehaltsmasse betrifft. Titelentzug würde bedeuten, dass, sollte PSG in diesem Jahr die Champions League gewinnen, der Titel aus allen Jahrbüchern gestrichen würde. Fatal für den Eigentümer Katar.

sid

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