Vorwürfe: Korruption und Geldwäsche

FIFA-Skandal: Das sind die Verhafteten

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Das sind acht der verhafteten oder verdächtigten Funktionäre.

Zürich - Ihnen wird Korruption, Bestechung und Erpressung vorgeworfen: Wer sind die sieben FIFA-Funktionäre, die die Polizei am Mittwoch festgenommen hat?

Sieben Funktionäre des Fußball-Weltverbandes FIFA sind am Mittwochmorgen im Züricher Luxushotel „Baur au Lac“ von der Kantonspolizei festgenommen worden. Ihnen werden Korruption, Bestechung und Erpressung vorgeworfen und droht die Auslieferung in die USA. In einem weiteren Verfahren der Schweizer Bundesanwaltschaft geht es auch um die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022. Insgesamt wird gegen 14 aktuelle und ehemalige FIFA-Funktionäre ermittelt.

Das sind die Festgenommenen:

Jeffrey Webb (50/Kaimaninseln): FIFA-Vizepräsident, Exekutiv-Mitglied und Präsident der CONCACAF, der Nord- und Zentralamerikanischen sowie karibischen Konföderation (seit Mai 2012). Er folgte dort Jack Warner (Trinidad und Tobago), der sich in den USA wegen Betrugs und Geldwäsche vor einem Bundesgericht verantworten muss.

Eugenio Figueredo (83/Uruguay):FIFA-Vizepräsident, Exekutiv-Mitglied. Seit April 2014 Präsident der südamerikanischen Konföderation CONMEBOL, als Nachfolger des skandalumwitterten Nicolas Leoz.

Eduardo Li (56/Costa Rica): Vorsitzender des costaricanischen Fußballverbandes (seit 2007). 2014 „Mann des Jahres“ in Costa Rica, weil die Nationalmannschaft während der WM in Brasilien so erfolgreich war. Sollte in Zürich in die FIFA-Exekutive aufgenommen werden.

Julio Rocha (64/Nicaragua): ehemaliger Präsident des nicaraguanischen Fußballverbandes, trat 2012 nach 26 Jahren im Amt zurück.

Costas Takkas (58/Großbritannien): Attache des ehemaligen CONCACAF-Präsidenten Jack Warner (siehe Jeffrey Webb).

Rafael Esquivel (68/Venezuela): Präsident des venezolanischen Fußball-Verbandes (seit 1988). Wurde auch innerhalb des eigenen Verbandes mehrfach der Korruption bezichtigt, musste sich bislang aber nie vor Gericht verantworten.

Jose Maria Marin (83/Brasilien): Präsident des brasilianischen Verbandes (CBF/seit 2012), Präsident des Organisationskomitees der WM 2014 in Brasilien. In den 80er Jahren, noch während der Militärdiktatur, Gouverneur des Bundesstaates Sao Paulo.

Das sind die weiteren Angeklagten:

Jack Warner (72/Trinidad und Tobago): War von 1983 bis 2011 Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees und zeitweise auch FIFA-Vizepräsident. Warner war in mehreren Korruptionsskandalen verstrickt, insbesondere auch durch seine Rolle als CONCACAF-Präsident. 2011 soll er im Vorfeld der FIFA-Präsidentschaftswahl Stimmen für Blatter-Herausforderer Mohamed bin Hammam gekauft haben. Beide wurden suspendiert. Schon bei der WM 2006 war er in Schwarzmarkt-Ticketverkäufe verstrickt.

Nicolás Leoz (86/Paraguay): Der langjährige Präsident des südamerikanischen Kontinentalverbandes CONMEBOL gehörte bis 2013 auch dem FIFA-Exko an. Trat von beiden Positionen aus gesundheitlichen und privaten Gründen zurück. Leoz wurde vom früheren englischen Verbandschef David Triesman beschuldigt, unlautere Forderungen vor den WM-Vergaben an Russland und Katar gestellt zu haben.

Alejandro Burzaco (50/Argentinien): In einer Aufsichtsfunktion bei einer Sportmarketing-Agentur in Argentinien tätig.

Aaron Davidson (44/USA): Präsident von Traffic Sports USA, eines Eventmanagement-Unternehmens im Bereich Fußball.

Hugo (70) und Mariano Jinkis (40/Argentinien): In Aufsichtsfunktionen einer Sportmarketing-Agentur in Argentinien tätig.

José Margulies (75/Brasilien): Ihm wird vorgeworfen, als Vermittler bei illegalen Zahlungen aufgetreten zu sein.

Stimmen zum FIFA-Skandal

Inzwischen haben sich viele Funktionäre und Politiker zum FIFA-Skandal geäußert.

Video: FIFA-Verhaftungen erschüttern die Fußball-Welt

dor/sr/sid

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