FIFA-Präsidenten-Preis

Neuer, großer Titel für den Kaiser

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Franz Beckenbauer (rechts) hat von FIFA-Präsident Sepp Blatter den Präsidenten-Preis des Weltverbandes erhalten.

Zürich  - Ein neuer, großer Titel für unseren Fußball-"Kaiser": Franz Beckenbauer hat den Präsidenten-Preis des Weltverbandes FIFA erhalten.

Franz Beckenbauer schritt sichtlich bewegt zum Podium. „Ich bin natürlich sehr gerührt“, sagte Deutschlands Fußball-Kaiser, als er in Zürich den Präsidenten-Preis des Weltverbandes FIFA erhielt, sozusagen eine Ehrung fürs Lebenswerk. Hätte man ihn nicht ausdrücklich gebeten, „sich kurz zu fassen“, hätte Beckenbauer wohl am liebsten eine lange Dankesrede gehalten. So zeigte der 67-Jährige seine Rührung kurz, aber prägnant.

„Ich habe in den letzten Jahrzehnten sehr viele Auszeichnungen bekommen, als Spieler, als Trainer oder als OK-Chef“, sagte er: „Aber den FIFA Presidential Award zu bekommen, das gibt es nur einmal. Deshalb möchte ich dem Präsidenten danken, dass er an mich gedacht hat.“

Was die Weltmeister von 1990 heute machen

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Beckenbauer erhielt die Auszeichnung für seine „außerordentlichen Verdienste“ um den Fußball aus den Händen von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter. Dieser würdigte das Mitglied der Ständigen Fußball-Kommission der FIFA als „eleganten Weltklassespieler, charismatischen Trainer und Kopf und Chef der WM 2006 in Deutschland“.

Die Auszeichnung war auch überfällig für den Mann, der als Spieler (1974) und Trainer (1990) Weltmeister wurde, der als Libero den EM-Titel holte und als Krönung auch noch das deutsche „Sommermärchen“ 2006 möglich machte. Pele hatte den Preis bereits 2007 bekommen, im Vorjahr war er an Sir Alex Ferguson gegangen, den Teammanager von Manchester United. Auch der südfrikanische Bischof Desmond Tutu wurde bereits geehrt.

Beckenbauer hat in seinem Leben bereits unzählige Ehrungen erhalten. Es begann mit der als bester junger Spieler der WM 1966, es folgten unter anderem die Auszeichnung als Europas Fußballer des Jahres 1972 und 1976 und Deutschlands Fußballer des Jahres (1966, 68, 74, 76). 1976 erhielt er das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 2006 folgte das Große Verdienstkreuz. 1982 wurde er zum Ehrenspielführer der Nationalelf ernannt. Er gewann fünfmal den Bambi, erhielt 2004 den Jahrhundert-Verdienstorden der FIFA. In Deutschland wurde er zum Fußballer des Jahrhunderts gewählt, bei der FIFA war er Dritter. Außerdem ist er Mitglied der Hall of Fame des deutschen Sports.

Von Jan Mies

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