FIFA macht Druck auf karibische Funktionäre

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Nach Mohamed bin Hammam könnten noch weitere FIFA-Funktionäre lebenslang gesperrt werden.

Zürich/Genf - Die FIFA droht mit weiteren lebenslangen Sperren und hat mehrere Beteiligte im Bestechungsskandal um den katarischen Sportfunktionär Mohamed bin Hammam aufgefordert, sich bis Mittwoch zu erklären.

Anderenfalls drohten den involvierten katarischen Sportfunktionären lebenslange Sperren. Das gab der Weltfußballverband am Dienstag in Zürich bekannt. Bin Hammam soll im Vorfeld der Präsidentschaftswahl Mitglieder der karibischen Fußball-Union (CFU) bestochen haben.

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Bin Hammam war am Samstag von der FIFA lebenslang suspendiert worden. Bei einem Treffen im Mai in Trinidad soll er sich für jeweils 40.000 Dollar bis zu 15 Stimmen für die Präsidentschaftswahl erkauft haben, so der Vorwurf. Bin Hammam, zunächst einziger Herausforderer Blatters, war noch vor der Abstimmung Anfang Juni von seiner Kandidatur zurückgetreten, nachdem eine Untersuchung gegen ihn eingeleitet worden war. Alle CFU-Mitglieder seien aufgefordert worden, innerhalb von 48 Stunden jegliche Kenntnisse zu dem Treffen im Mai in Trinidad offenzulegen, teilte die FIFA mit. “Jeder, der relevante Informationen vorenthält, wird der kompletten Sanktionspalette unterliegen“, hieß es in einer Erklärung des Verbands.

“Es muss jemand dafür bestraft werden, Geld genommen zu haben“

Die Organisation Transparency International (TI) hatte nach der lebenslangen Suspendierung bin Hammams gefordert, den Korruptionsskandal vollständig aufzuklären. “Alles muss untersucht werden“, sagte TI-Beraterin Sylvia Schenk. “Wenn bin Hammam dafür bestraft wird, Geld gegeben zu haben, muss jemand dafür bestraft werden, Geld genommen zu haben. Anders geht es nicht.“

Transparency International wies zudem auf die mangelnde Autorität der Kommission innerhalb der FIFA hin. “Sie ist nicht wirklich unabhängig, selbst wenn sie persönlich das Beste versucht. Das muss sich künftig ändern“, sagte Schenk.

dapd

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