"Haben viel zu oft über uns gesprochen"

Bayern-Präsident: Schluss mit "Mia san mia"

München - Erst wieder Titel, dann große Sprüche: Ausgerechnet Präsident Uli Hoeneß hat bei Bayern München zu verbaler Zurückhaltung aufgefordert.

„Wir haben in den letzten Jahren viel zu viel über uns gesprochen. Der Satz 'mia san mia' ist viel zu oft überall aufgedruckt worden. Wenn es nach mir ginge, müsste man ihn auf ganz vielen Dingen wieder wegmachen“, sagte Hoeneß der Münchner tz. Er sei der Meinung, „das sollten wir erst dann wieder drucken, wenn wir wieder ganz oben stehen“.

Deshalb müsse der deutsche Fußball-Rekordmeister nach zwei titellosen Jahren in der neuen Saison „alles daransetzen, um die Vorherrschaft, die Dortmund sich kurzfristig erobert hat, wieder zurückzuholen. Das erklärte Ziel des FC Bayern muss sein, unangefochten die Nummer eins in Deutschland zu sein. Dem wird alles untergeordnet“, betonte Hoeneß.

Luxus pur: Das Trainingszentrum des FC Bayern

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Die Botschaft scheint bei den Stars des FC Bayern angekommen zu sein. Knapp vier Wochen vor dem Bundesligastart bei Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth (25. August) ist der Kampf um die Stammplätze bereits voll entbrannt. Am Samstag in Training trug etwa Luiz Gustavo bei einem Zweikampf mit Zugang Mario Mandzukic eine blutige Nase davon. Der neue Sport-Vorstand Matthias Sammer und Trainer Jupp Heynckes wollen diese Konkurrenz. „Wir sind qualitativ und quantitativ besser als letzte Saison. Hier sind alle potenzielle Stammspieler“, sagte Heynckes.

Selbst ein Nationalspieler wie Thomas Müller ist sich seiner Sache längst nicht mehr so sicher. „Es wird spannend. Eine Garantie zu spielen hat keiner außer die Kapitäne und Manuel Neuer. Ich haue mich rein. Wenn ich mich gut präsentiere, wird der Trainer schon eine Position für mich finden“, sagte Müller der Bild am Sonntag.

Heynckes stand am Wochenende abgesehen von den verletzten David Alaba und Rafinha erstmals sein kompletter Kader zur Verfügung. Auch Kapitän Philipp Lahm und „Vize“ Bastian Schweinsteiger, die in der vergangenen Woche bei der China-Reise der Bayern gefehlt hatten, waren im Training. Beide drehten sogar noch Extrarunden. Heynckes hatte ohnehin gefordert, dass seine Führungsspieler noch mehr Impulse geben müssten: „Da müssen wir von unseren Leadern noch mehr erwarten.“

Indes verteidigte Hoeneß einmal mehr die Trennung von Sportdirektor Christian Nerlinger, stellte aber auch klar: „Christian steht in keinster Weise als Sündenbock für die verlorenen Finals da. Aber der Aufsichtsrat war mit mir einer Meinung, dass wir auf dieser Position eine Veränderung brauchen.“ Selbst bei einem Erfolg in der Champions League wäre es dazu gekommen, „aber wohl nicht am 1. Juli“. Mit Sammer habe er bereits im Februar erste Gespräche geführt.

sid

Rubriklistenbild: © getty

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