Neue Aufgabe fürs Rückspiel

"Ideale" Bayern: Nur nicht überheblich werden

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Die Spieler des FC Bayern feiern mit den Fans

München - Selbst Sportvorstand Matthias Sammer ist nach dem Sieg gegen Juventus Turin mit seinen Bayern zufrieden. Für das Rückspiel setzen sich die Roten vor allem mental neue Aufgaben. 

Das war ein Zeichen an die europäische Konkurrenz. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge verwies auf einen „super Europapokalabend“, Trainer Jupp Heynckes fand seine Mannschaft „selbstsicher und überragend“ und Sportvorstand Matthias Sammer bezeichnete die Art und Weise des Auftritts als „ideal“. Nach dem 2:0-Erfolg im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League hat der FC Bayern München allerbeste Chancen auf das Halbfinale. „Wir haben gute Voraussetzungen zum Weiterkommen, dennoch wird es ein schweres Spiel. Wir sollten nicht arrogant oder überheblich dort hinfahren“, betonte Rummenigge nach dem 2:0-Erfolg am Dienstagabend über Juventus Turin.

Im Duell der Rekordmeister aus Deutschland und Italien boten die Münchner eine starke Leistung und untermauerten eindrucksvoll ihre Titelambitionen in Europa. Die nationale Meisterschaft ist dem Team eigentlich nicht mehr zu nehmen, aber sie wollen mehr: Den Titel in der Königsklasse. „Bayern war giftig. Die Mannschaft hat den Drang, einfach noch mal etwas zu zeigen“, betonte Juve-Coach Antonio Conte mit Blick auf das verlorene Heim-Finale gegen den FC Chelsea im Mai 2012.

Diese Niederlage macht den 99,99-Prozent-Meister FC Bayern in der Königsklasse noch einmal ein bisschen stärker, als er es ohnehin ist. Drei Tage nach der 9:2-Gala gegen den Hamburger SV boten die Münchner am Dienstagabend abermals eine Demonstration ihrer Stärke. David Alaba traf bereits nach 26 Sekunden, Thomas Müller (63.) erhöhte mit seinem fünften Saisontor in der Königsklasse. Bitter: Toni Kroos wird dem Rekordmeister mit einem Muskelbündelriss mehrere Wochen fehlen.

„Das ist naütlich sehr bitter, weil in den nächsten zwei Monaten viele Entscheidungen fallen“, sagte Heynckes, den das Resultat dagegen erfreute. „Das war über weite Strecken hochklassiger Fußball. Das ist bemerkenswert gegen den amtierenden und wohl auch neuen italienischen Meister.“ Lediglich mit der Torausbeute konnten die Gastgeber nicht zufrieden sein. „Mein Gefühl sagt mir, wir hätten ein Tor mehr machen müssen“, sagte Bastian Schweinsteiger und auch Thomas Müller monierte: „Das dritte Tor fehlte noch.“

Dem Rückspiel am Mittwoch kommender Woche kann der Rekordmeister dennoch optimistisch entgegen sehen, das 15. Halbfinale der Champions League bzw. des vormaligen Europapokals der Landesmeister ist nahe. Zumal Juventus am Mittwoch auf zwei bewährte Kräfte verzichten muss: Sowohl Ex-Bundesligaprofi Arturo Vidal als auch der Schweizer Nationalspieler Stephan Lichtsteiner fehlen gelb-gesperrt.

Das Spiel hätte für die Gastgeber nicht besser beginnen können. Gerade einmal 26 Sekunden waren gespielt, als Juve-Schlussmann Gianluigi Buffon hinter sich greifen musste. Alabas Schuss aus gut 25 Metern wurde vom Ex-Leverkusener Vidal leicht abgefälscht, so dass der Ball mit einer ungewöhnlichen Flugbahn Buffon schlecht aussehen ließ. Schneller hatte für die Bayern in der Champions League nur Roy Makaay getroffen, und zwar vor sechs Jahren gegen Real Madrid (2:1) bereits nach zehn Sekunden. Buffon war in der Königsklasse zuvor 490 Minuten unbezwungen geblieben.

Lange mussten die 68 000 Zuschauer in der ausverkauften Arena auf den zweiten Treffer warten. Luiz Gustavo, starker Ersatz für den gelb-gesperrten Mittelfeld-Abräumer Javi Martínez, probierte es aus der Distanz. Buffon konnte den Ball nicht festhalten, seinen Patzer nutzte Mandzukic und passte zu Müller, der keine Mühe hatte, aus kurzer Distanz zum 2:0 einzuschieben. „Wir können uns heute Abend aber nicht beschweren, denn Bayern hat den Sieg klar verdient und sie hatten weitere Torchancen in diesem Spiel“, gestand Buffon.

dpa

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