Robben: "Die Champions League fehlt mir noch"

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Arjen Robben mit Franck Ribéry

Arco - Arjen Robben hofft darauf, sich mit dem FC Bayern seinen großen sportlichen Traum zu erfüllen. Dabei geht es natürlich um die europäische Vereinsfußball-Krone.

Als das Training unter fast tropischen Temperaturen am Mittwochvormittag im italienischen Arco zu Ende war, hatte Arjen Robben noch lange nicht genug. Fast eine Viertelstunde lang zog der Holländer weiter um den Platz, jonglierte mit dem Ball, und als selbst der letzte Feldspieler der heißen Mittagssonne entflohen war, schuftete Robben eine Extraschicht Kraftübungen. Kein seltenes Bild in diesen Tagen.

Nach monatelanger Verletzung im Vorjahr absolviert Bayern Münchens Superstar die Vorbereitung zum ersten Mal mit der Mannschaft und man merkt Robben in jedem Training an, dass er brennt: Auf eine verletzungsfreie Saison, auf Spiele in der gefürchteten Flügelzange mit Franck Ribery und vor allem auf Titel. “Ich mag jetzt arbeiten. Ich will noch stärker werden und habe noch ein konkretes Ziel“, sagte der Mittelfeldspieler am Mittwoch am Gardasee: “Ich will die Champions League gewinnen. Das ist für mich das einzige, was mir im Verein fehlt“

Die Voraussetzungen stehen zwar für die Mannschaft in diesem Jahr weitaus schlechter als in Robbens ersten beiden Spielzeiten in München, das scheint den 27-Jährigen aber nicht zu stören: “Das haben wir uns letzte Saison selbst gemacht“, sagte er mit seinem niederländischen Akzent, jetzt müsse die Mannschaft auch selber die schlechte Vorsaison in den Qualifikationsspielen für die Königsklasse im August vergessen machen. Der Mannschaftsgeist sei aber wieder da, das merkt Robben schon in den ersten Tagen seiner ersten Saisonvorbereitung: “Jeder versteht, dass wir vom ersten Tag an angreifen müssen“, ist er sich sicher.

Er habe Vertrauen in die Mannschaft und ist erstmal die Qualifikation geschafft, könne auch der ganz große Coup glücken. Knackpunkt könnte zudem sein, dass es unter Trainer Jupp Heynckes sicherlich keine internen Spannungen mehr geben wird: “Endlich können wir uns auf die Mannschaft konzentrieren“, sagte Robben. Die Balance zwischen Arbeit und Spaß stimmt schon in den ersten Trainingseinheiten. Robben bezeichnet Heynckes' Einstand sogar als “Neuanfang“.

Für Robben persönlich soll es sowieso die beste Saison im Bayern-Trikot werden. Unter den Augen von Sportdirektor Christian Nerlinger und Präsident Uli Hoeneß, der die Trainingseinheit am Mittwoch bei seinem Kurzbesuch im Trentino mit Baseball-Cap beobachtet, schuftete Robben hart für seinen Traum. Schon vergangenen Saison hatte der Vize-Weltmeister durchleuchten lassen, dass die Teilnahme der Europa League für ihn das Worst-Case-Szenario sei.

Trotz seiner offensiven Ausrichtung in der Flügelzange mit Ribery stellt Robben sich unter Heynckes daher auch gerne in den Dienst der Mannschaft. “Ich sehe es ganz positiv, dass ich mein Spiel ein bisschen ändern muss“, sagte er über die Forderung des neuen Trainers, die Balance zwischen Offensive und Defensive ins Bayern-Spiel zurückzubringen. Vor allem aber möchte er in seiner dritten Spielzeit dem Rekordmeister mit seiner Erfahrung weiterhelfen: “Ich will eine wichtige Rolle spielen. Dazu braucht man nicht immer die Kapitänsbinde.“

In den wichtigen Spielen müsse die Mannschaft “da sein“, forderte Robben, dann habe das Team genug Potenzial. Die Neuzugänge, vor allem sein neuen Hintermann Rafinha, seien eine enorme Verstärkung. Vom Rotationsprinzip, das Heynckes schon bei Bayer Leverkusen praktiziert hat, hält Robben - zumindest in seinem Fall - aber nicht viel.

“Naja“, sagte er zögernd auf die Frage, ob er sich auch mal auf die Bank setzen würde: “Wenn ich fit bin, will ich spielen, also will ich hoffentlich die ganze Saison spielen“. Vielleicht auch über seinen Vertrag 2013 hinaus? “Ich fühle mich sehr wohl. Und über die Zukunft kann man immer reden.“

dapd/dpa

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