Eintracht bremst Euphorie

Oczipka: "Noch nicht so weit wie Bayern"

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Bastian Oczipka spielt bisher eine starke Saison für die Eintracht.

Frankfurt - Aufsteiger Eintracht Frankfurt ist nach drei Siegen der härteste Verfolger des FC Bayern. Die Verantwortlichen drücken allerdings schon auf die Euphoriebremse.

Bundesligist Eintracht Frankfurt steht auf dem zweiten Tabellenplatz und steckt doch mitten im Abstiegskampf - zumindest wenn es nach Trainer Armin Veh geht. Nach dem besten Saisonstart seit 46 Jahren mit drei Siegen aus drei Spielen tritt der 51-Jährige dennoch auf die Euphoriebremse: „Dass wir diese Punkte haben, ist immens wichtig, aber mit neun Punkten ist bisher jeder Verein abgestiegen. Wir können das alle gut einschätzen.“

Dabei hätte Veh allen Grund, euphorisch zu sein. Das 3:2 (2:1) gegen den erstmals mit Hoffnungsträger Rafael van der Vaart angetretenen Hamburger SV war die dritte überzeugende Leistung in Serie. „Wir spielen derzeit richtig guten Fußball. Da wäre uns auch keiner böse, wenn wir mal 3:4 verlieren. Wir sollten jetzt ein bisschen glücklich sein, dass wir gut spielen und auch noch so viele Punkte haben“, sagte Veh und lobte die offensive Ausrichtung seines Teams. Mit dieser Marschroute geht das Team aber auch oft ein hohes Risiko ein.

„Zu mauern und eine Führung zu verteidigen, das ist nicht unser Spiel“, betonte auch Manager Bruno Hübner. Zwar spiele die Eintracht teilweise „zu leichtsinnig und gutgläubig“, aber die offensive Spielweise würde das Team trotzdem nicht ablegen. Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen musste zugeben, dass sich die Eintracht zwar „viele Chancen herausgespielt“ hätte, aber auch „hochkarätige Gelegenheiten“ zugelassen hat.

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Die Treffer von Takashi Inui (13.), Olivier Occean (18.) und Stefan Aigner (52.) waren allesamt toll herausgespielt, auch wenn der HSV mit bösen Abwehrpatzern Pate stand. Dass die Defensive bei den Gegentreffern durch Heiko Westermann (45.) und Heung-Min Song (63.) alles andere als sattelfest war, ist angesichts des Rekords nur Randnotiz.

Nach den Anschlusstreffern wankte die Eintracht zeitweise. „Wir sind noch nicht so weit wie Bayern München, die das cool und eiskalt nach einer 2:0-Führung runterspielen. Wir sind noch in der Entwicklungsphase“, sagte Linksverteidiger Bastian Oczipka: „Aber mit neun Punkten ist das Meckern auf hohem Niveau.“

Es sind vor allem die Neuzugänge, die der Eintracht ihren Höhenflug bescheren. Auf den Flügeln wirbeln Inui und Aigner, im Sturmzentrum ackert Olivier Occean für die ganze Mannschaft, und in Torwart Kevin Trapp haben die Frankfurter einen sicheren Rückhalt, der alleine gegen den HSV drei gefährliche Situationen entschärfte. Zudem ist die Mittelfeldzentrale mit Pirmin Schwegler und Sebastian Rode das spielstarke Prunkstück.

Rückschläge und hohe Niederlagen haben die Verantwortlichen bereits eingeplant. Früher oder später dürften auch diese kommen. Schwegler brachte die momentane Situation beim Aufsteiger auf den Punkt: „Wir müssen weiter bescheiden bleiben. Am besten nichts sagen, und einfach nur genießen.“

SID

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