Katalalen noch optimistisch

Barça droht das Aus - Müller wäre es recht

+
Lionel Messi

München - Nach der 0:2-Pleite im Hinspiel steht der FC Barcelona im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League am Dienstag gegen Mailand vor dem Aus. Thomas Müller würde es den Katalanen wünschen.

Es ist eine wahre Herkules-Mission für Lionel Messi, Xavi & Co. Im Achtelfinal-Rückspiel gegen den AC Mailand wollen die Stars des FC Barcelona am Dienstag im heimischen Camp Nou nach der 0:2-Hinspielschlappe nicht nur das drohende, ungewöhnlich frühe Aus in der Champions League abwenden. Viele Medien und Beobachter in Spanien sind davon überzeugt, dass eine Pleite sogar das Ende der „Barça-Ära“ einläuten würde. „Barcelona hat nur zwei Optionen: Himmelreich oder Vorhölle“, warnte am Montag das Sportblatt „Marca“. Stürmer Thomas Müller vom Konkurrenten FC Bayern macht keinen Hehl aus seinen Präferenzen: „Jeder, der Ambitionen hat, die Champions League zu gewinnen, dem wäre es ganz recht, wenn der größte Titelaspirant schon eine Runde vorher rausgeht. Es gibt keine Mannschaft der Welt, die gerne gegen Barcelona spielt. Außer irgendwelche Masochisten“, lacht der 23-Jährige.

Die meisten Barça-Profis stimmten vor dem Duell optimistische Töne an. „Wir stürmen bis zur letzten Sekunde und gewinnen 3:0“, versicherte Abwehrmann Gerard Piqué. Der vierfache Weltfußballer Messi bescheinigte seinem Team „viel Selbstvertrauen“, und Regisseur Andrés Iniesta legt sogar seine Hand „dafür ins Feuer, dass wir die Qualifikation schaffen.“ Der brasilianische Linksverteidiger Dani Alves sprach allerdings im „Marca“-Interview (Montag) bedenkliche Worte: „Wir haben den Hunger nach Siegen verloren.“ Messi wirke traurig und demotiviert, schob er kritisch nach.

Unter dem künftigen Bayern-Trainer Pep Guardiola hatten die Katalanen in vier Jahren bis Mitte 2012 14 von 19 möglichen Titeln geholt. In den vergangenen fünf Ausgaben der Champions erreichte man stets mindestens die Vorschlussrunde, zweimal ging die Trophäe der europäischen Königsklasse an die Katalanen. Doch zuletzt präsentierte sich das Starensemble beim Pokal-Aus und der Liga-Schlappe gegen Erzrivale Real Madrid, bei einigen Meisterschafts-Aussetzern und der Niederlage in Mailand als „Ruine“ des einstigen Superteams, wie die Zeitung „El País“ zu Recht feststellte.

Interimstrainer Jordi Roura, der beim Tabellenführer der Primera División den an Krebs erkrankten und in New York weilenden Tito Vilanova ersetzt, hat alle Mann an Bord. Darunter auch den zuletzt wegen einer Blessur nicht eingesetzten Xavi. Die Gäste müssen derweil auf den verletzten Stürmer Giampaolo Pazzini verzichten. Für ihn wird wohl vorne das 18-jährige „Wunderkind“ M'Baye Niang an der Seite von Kevin Prince-Boateng und Stephan El Shaarawy von Anfang an zum Einsatz kommen.

Die Rossoneri, die Rot-Schwarzen, wollen mit allen Mitteln die Sensation perfekt machen. „Auch, wenn es ein hässliches Spiel wird. Hauptsache, wir kommen weiter“, sagte der in der Champions League nicht einsatzberechtigte Mario Balotelli. Während Trainer Massimiliano Allegri vorsichtig bleibt („Vielleicht kommen wir ja auch mit etwas Glück weiter“), versucht auch Vizepräsident Adriano Galliani den krisenbedrohten Rivalen mit markigen Sprüchen noch unsicherer zu machen: „Sie fürchten uns. Das ist schön zu wissen.“

Die Italiener beteuern, es werde kein „Catenaccio“ geben, man werde stürmen. Kein Wunder, scheint doch die Abwehr, die am Samstag beim 2:0-Ligasieg über Deportivo La Coruña eine schwarze Serie von 13 Spielen in Serie mit mindestens einem Gegentor beenden konnte, der größte Schwachpunkt der Katalanen zu sein.

Barça denkt dieser Tage derweil lieber an die Heldentat von La Coruña, das 2004 Mailand nach einem 1:4 daheim noch mit 4:0 ausschaltete. Abwehrmann Carles Puyol will zur Sicherheit seinen Kameraden im Teamhotel und Mannschaftsbus noch mehrmals den Song der katalanischen Rockband „Lax'n Busto“ vorspielen. Im Text heißt es unter anderem: „Wir werden wieder groß sein, wenn wir den Sturm überstehen.“ Nach Meinung von Müller ist dazu aber „eine Monsterleistung“ nötig.

dpa

Kommentare