Fans ergötzen sich an Meister Dortmund

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Die Fans konnten nur noch jubeln: Zum Saisonstart sendete der Meister Borussia Dortmund ein eindeutiges Signal an die Konkurrenz.

Dortmund - Meister Borussia Dortmund hat mit einer Gala-Vorstellung zum Saisonstart seinen Status als erneuter Titelaspirant eindrucksvoll bestätigt. Davon konnten sich nicht nur die Fans überzeugen.

Fußball-Fans gerieten ins Schwärmen, die Konkurrenten jedoch ins Grübeln: Meister Borussia Dortmund setzte mit einer eindrucksvollen Gala zum Saisonstart ein eindeutiges Signal an den Rest der Bundesliga. „Mir scheint nach den ersten Eindrücken, dass sie noch stärker sein können als im letzten Jahr“, sagte Bundestrainer Joachim Löw nach dem 3:1 (2:0) der Westfalen über den Hamburger SV. Sportchef Rudi Völler vom „Vize“ Bayer Leverkusen und Präsident Uli Hoeneß vom vermeintlichen Titelfavoriten Bayern München verfolgten auf der Tribüne mit nahezu versteinerter Miene, wie der BVB unter den Standing Ovations der 80.720 begeisterten Zuschauer mit viel Spaß, Qualität und Attraktivität dort anknüpfte, wo er am 14. Mai beim Saisonfinale aufgehört hatte. „Das war für das erste Spiel schon sehr ansehnlich“, befand Hoeneß mit der Reserviertheit eines Erzrivalen.

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BVB-Trainer Jürgen Klopp hingehen fand den Auftakt seiner Jungs „einfach klasse - zumindest über 70 Minuten, wir waren zielstrebig und gierig“. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bemühte sich, die Euphorie mit demonstrativer Zurückhaltung nicht schon nach dem ersten Saisonauftritt grenzenlos werden zu lassen: „Das war eine gute Leistung. Es hat sich schon in der Vorbereitung gezeigt, dass wir auf einem guten Weg sind.“

Selbst ohne die verletzten Marcel Schmelzer, Torjäger Lucas Barrios und Neven Subotic spielte der BVB wie aus einem Guss. Aus einem starken Kollektiv ragte besonders Nationalspieler Mario Götze heraus. Der 19-Jährige lieferte die maßgerechte Vorlage zum ersten Treffer der neuen Spielzeit in der 17. Minute durch Kevin Großkreutz, erzielte den zweiten (30.) nach einem spektakulären Hackentrick von Robert Lewandowski selbst und war maßgeblich am vorentscheidenden 3:0 durch Großkreutz (48.) beteiligt. „Ich sehe Götze auf einem Level mit Mesut Özil“, sagte Franz Beckenbauer Spiegel online und verglich den BVB-Jungstar mit dem Real-Madrid-Ass.

Die Vorstellung von Götze stand symbolisch für die Spielfreude und den Siegeswillen, mit dem die Borussen dem HSV nicht den Hauch einer Chance ließen und ihre Heimserie souverän auf 17 Spiele in Folge ohne Niederlage ausbauten. Schon zur Halbzeit hätten die Gastgeber nicht nur wegen des Pfostenschusses von Shinji Kagawa (25. ) schon höher führen können. „In den letzten 20 Minuten ist dann die Konzentration abgefallen“, sagte Klopp, „aber das ist menschlich“.

Der BVB-Coach hatte auch Fehler im scheinbar perfekten Spiel seiner Mannschaft ausgemacht. „Wir hatten auch ein paar Probleme, und das meine ich im ernst“, sagte er, als einige Zuhörer mit Verwunderung reagierten. „Wichtig war, wie wir mit den Problemen umgegangen sind. Dass irgendeine Mannschaft der Perfektion nahekommt, das werden wir alle nicht erleben“, ergänzte Klopp.

Dass seine Youngster in der Summe laut Statistik am Freitagabend zehn Kilometer mehr gelaufen sind als ihre Hamburger Kontrahenten, erklärt einen Großteil der Dominanz. „Denn wenn das Spiel statisch wird, bekommt man automatisch Probleme“, erklärte Klopp.

Beim neu formierten HSV fehlten Laufbereitschaft, Harmonie und Struktur. „Was Dortmund gespielt hat, können wir noch nicht leisten. Man muss neidlos anerkennen, dass der BVB derzeit in einer anderen Liga spielt“, sagte HSV-Trainer Michael Oenning und suchte nach den wenigen Lichtblicken: „Wir haben zumindest Moral gezeigt und uns nicht kampflos ergeben.“ Am Ende reichte es nur zu einem Ehrentreffer des eingewechselten Robert Tesche (79.).

„Wir dürfen jetzt nicht die Köpfe hängen lassen und müssen uns finden, und zwar so schnell wie möglich. Wir haben uns mit Händen und Füßen gewehrt, aber der Gegner war zu stark“, sagte Kapitän Heiko Westermann nach den ersten 90 Minuten der 49. Bundesliga-Saison, in denen der Meister wie ein Meister gespielt hat.

SID

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