"Fetter spanischer Kellner"

Fan-Aufstand gegen neuen Chelsea-Trainer

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Rafael Benitez wird wenig mit gemischten Gefühlen empfangen

London - Rafa Benitez ist neuer Teammanager von Champions-League-Sieger FC Chelsea. Die Fans lehnen den Spanier rundweg ab und reagieren mit wüsten Beleidigungen auf den neuen Coach.

Die Inthronisierung von Rafael Benitez als neuer Teammanager des FC Chelsea war noch nicht offiziell verkündet, da ging das Volk schon auf die Barrikaden. Als „fetter spanischer Kellner“ wurde der gebürtige Madrilene von den Fans des Champions-League-Siegers verhöhnt. Seit seiner Zeit als Teammanager des Rivalen FC Liverpool ist Benitez bei den Blues verhasst.

Dass Chelseas Klubeigner Roman Abramowitsch nun ausgerechnet den 52-Jährigen als Nachfolger des populären Roberto Di Matteo verpflichtete, stößt den Fans übel auf. „Oh no, not Rafa Benitez“, schrieb ein Dauerkarteninhaber am Donnerstag in einem Gastbeitrag für die Daily Mail: „Das ist die grausame Rache dafür, dass uns erlaubt worden ist, endlich die Champions League zu gewinnen.“

Zu dem Zeitpunkt war Benitez noch gar nicht in London angekommen, der Spanier sollte erst am Donnerstagnachmittag in der englischen Hauptstadt vorgestellt werden. Doch die teils wüsten Beschimpfungen auf Chelseas Klubhomepage und in den sozialen Netzwerken lassen erahnen, was ihn am Sonntag bei seinem Debüt gegen Meister und Tabellenführer Manchester City erwartet. Den roten Teppich werde die Blues-Fans jedenfalls nicht ausrollen.

Entscheidender dürfte allerdings sein, wie er von den Spielern angenommen wird. „Rafa ist ein großer Trainer. Er hat mit Liverpool viele Titel gewonnen, und er kennt die Premier League sehr gut“, sagte Chelseas spanischer Stürmer Juan Mata über seinen Landsmann. Und der deutsche Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann, der unter Benitez 2005 die Champions League mit Liverpool gewonnen hatte, sagte der BBC: „Er ist ein akribischer Arbeiter und legt viel Wert auf Taktikübungen - und das sieht man. Seine Handschrift ist bei all seinen Mannschaften zu sehen.“

Ob akribische Arbeit aber auf dem Schleudersitz bei Chelsea gefragt ist, darf getrost bezweifelt werden. Zum einen droht dem englischen Pokalsieger nach dem 0:3 am Dienstag bei Juventus Turin, das Di Matteo nur ein halbes Jahr nach dem Triumph von München den Job kostete, als erster Titelverteidiger das Vorrunden-Aus in der Königsklasse. Am letzten Gruppenspieltag hilft nur noch ein mittleres Fußball-Wunder.

Zum anderen gilt Barcelonas ehemaliger Trainer Pep Guardiola nach wie vor als Wunschlösung von Klubeigner Abramowitsch. Benitez' Vertrag läuft zunächst bis Sommer, dann könnte Guardiola nach seinem Sabbatjahr übernehmen und der zehnte Teammanager in der neunjährigen Ära Abramowitsch werden. Und zum Dritten ist Geduld nicht gerade die Stärke von Abramowitsch. Erfolgstrainer Di Matteo war gerade einmal 262 Tage im Amt. Immerhin fünf mehr als sein Vorgänger Andre Villas-Boas.

Der Portugiese reagierte - wie viele andere auch - mit Hohn und Spott auf das neuerliche Bäumchen wechsel dich-Spiel bei seinem Ex-Arbeitgeber. „Ein Rausschmiss bei Chelsea ist wie jeder andere Tag im Büro“, sagte Villas-Boas. „Bin gerade aufgewacht... Kann mir jemand sagen, ob Benitez noch im Amt ist?“, twitterte die englische Stürmerlegende Gary Lineker.

Viel Zeit wird Benitez nicht haben. Seit vier Spielen wartet Chelsea als Tabellendritter der Premier League auf einen Liga-Sieg und kassierte wettbewerbsübergreifend 21 Gegentore in den letzten zehn Spielen. Der „fette spanische Kellner“ muss also schnell servieren.

sid

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