Fall Neuer: Hoeneß setzt auf Selbstreinigung

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Uli Hoeneß setzt im Fall Neuer auf die Fans

München - Trotz der anhaltenden Fan-Proteste gegen Nationaltorhüter Manuel Neuer plant der FC Bayern wohl keine weiteren streitschlichtenden Maßnahmen.

“Das werden die Fans am ersten Spieltag unter sich regeln, davon bin ich überzeugt“, sagte Bayerns Präsident Uli Hoeneß der Münchner tz. Die Reaktionen werde man beim ersten Heimspiel der Saison ja erleben: “Denn ich bin mir sicher: Mit Manuel Neuer haben die sich diesmal das falsche Opfer ausgesucht“.

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Über die Schmähungen gegen den 25 Jahre alten ehemaligen Schalker zeigte sich Hoeneß aber nach wie vor verärgert. “Sie haben einfach übertrieben. Die Geschichte im Trainingslager und vor allem die Regeln für Neuer haben das Fass zum Überlaufen gebracht“, sagte der 59-Jährige. Momentan bekomme er viele Briefe, in denen ihm gesagt werde, er solle das Verhalten der “Ultras“ nicht mehr dulden.

Lahm und Schweinsteiger stärken Neuer den Rücken

Auch Kapitän Philipp Lahm und dessen Stellvertreter Bastian Schweinsteiger stärkten Neuer den Rücken. Als “sehr peinlich“ bezeichnete Schweinsteiger die Fan-Aktionen, die in der vergangenen Woche mit der Festlegung von Benimmregeln für Neuer immer groteskere Züge angenommen hatten. Lahm stellte klar, dass Neuer auch entgegen der “Regeln“ mit der Mannschaft in der Südkurve feiern werde. “Wenn wir alle in die Kurve gehen und feiern, wird er mitgehen. Wir werden alles als Mannschaft oder zusammen machen“, sagte der 27-Jährige. Neuer hatte sich trotz der Auflagen zuletzt gelassen gezeigt.

Laut Kodex darf Neuer sich der Südkurve nicht mal nähern

Neuer ist es laut dem Verhaltenskodex, den fünf Fangruppierungen im Gespräch mit dem 20-maligen Nationalspieler festlegten, untersagt, sich der Fankurve zu nähern. Zudem soll er weder als Gesangsführer agieren, noch das Bayern-Wappen küssen dürfen. Zu erneuten Diskussionen um Neuer war es trotz der offiziellen Aussöhnung an einem runden Tisch gekommen, weil eine kleine, nicht registrierte Fangruppierung am Rande eines Testspiels in Italien ein Plakat aufgehängt hatte, auf dem zu lesen war: “Du kannst auch noch so viele Bälle parieren, wir werden Dich nie in unserem Trikot akzeptieren.“

dapd

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