Ex-Knipser van Basten bald Trainer beim HSV?

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Wird Marco van Basten der neue Trainer beim Hamburger SV?

Hamburg - Nach der Absage an Huub Stevens geht die Trainersuche beim Hamburger SV munter weiter. Heißester Kandidat ist jetzt Ex-Stürmerstar Marco van Basten.

Der Nächste, bitte: Nach der überraschenden Absage an Huub Stevens wird beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV weiter nach einem neuen Trainer gefahndet. Weil Sportdirektor Frank Arnesen angeblich nicht passte, dass der Niederländer parallel mit Schalke 04 verhandelte, wird Interimstrainer Rodolfo Cardoso wohl auch gegen Schalke auf der Bank sitzen.

Spätestens dann soll aber der neue starke Mann präsentiert werden. Er könnte Marco van Basten heißen, obwohl sein Berater den Kontakt zum HSV abstreitet. „Es hat bisher noch keine Gespräche mit dem HSV gegeben“, sagte Perry van Overeem dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Dabei hatte Hamburgs Vorstands-Chef Carl-Edgar Jarchow den Namen des 46 Jahre alten ehemaligen niederländischen Weltklassestürmers und dreimaligen Weltfußballer des Jahres bereits ins Spiel gebracht, als alle noch mit Stevens rechneten. „Wir sprechen mit mehreren Leuten. Auch Marco van Basten gehört dazu“, hatte Jarchow am Sonntag gesagt: „Wir haben uns noch nicht entschieden. Alles ist möglich, noch ist nichts fix.“

Ein wichtiges Argument für den ehemaligen Oranje-Bondscoach van Basten dürfte sein, dass er gerne mit jungen Spielern zusammenarbeitet. Mit ihm auf der Trainerbank wurde zwischen 2004 und 2008 der Umbruch in der niederländischen Nationalmannschaft eingeleitet. Stars wie Clarence Seedorf, Edgar Davids und Mark van Bommel wurden aussortiert, jungen Talenten gab er eine Chance.

Aber auch eine zuvor vehement widersprochenen Dauerlösung mit Interimstrainer Rodolfo Cardoso scheint plötzlich möglich. Sportchef Frank Arnesen kündigte am Montag an, Kontakt zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) aufzunehmen, um eine Sondergenehmigung für den Argentinier zu bekommen. Ohne Lizenz darf Cardoso das Team als Übergangscoach nämlich nur 15 Tage trainieren. „Es gibt feste Regeln. Ich will den offiziellen Weg über DFB und DFL gehen. Dann sehen wir weiter“, sagte Arnesen.

Für diese Lösung bot Ex-Star Sergej Barbarez dem Verein seine Hilfe an. „Ich könnte Rodolfo als Partner zur Seite stehen“, wird Barbarez in der Dienstagausgabe der Tageszeitung Die Welt zitiert: „Ich würde ihm den Rücken freihalten.“ Anders als Cardoso besitzt Barbarez die zwingend erforderliche Trainerlizenz.

Dabei war eigentlich schon am vergangenen Freitagabend alles klar: Als das kollektive Durchatmen nach dem erlösenden 2:1-Erfolg in Stuttgart abgeklungen war, sickerte durch: Stevens soll neuer Trainer in Hamburg werden. Der Niederländer, der den HSV bereits 2007 im Tabellenkeller übernahm und ein Jahr später bis in den Europacup führte, würde bereits am Montag das Training beim kriselnden Traditionsverein leiten.

Doch Pustekuchen. Nach intensiven Verhandlungen mit Arnesen bekam Stevens am Sonntagabend überraschend einen Korb - offizielle Begründung: Stevens habe parallel auch mit dem Ligakonkurrenten Schalke 04 verhandelt. Das passte den Hamburger Verantwortlichen offenbar garnicht.

Inoffiziell könnte der HSV im letzten Moment aber auch Muffensausen bekommen haben. Denn Fußballlehrer Stevens zeichnete sich bei seinen bisherigen Trainerstationen zwar häufig durch Erfolg, nicht aber als kompromissloser Förderer jüngerer Spieler aus. Die sicherheitsorientierte Spielweise seiner Teams passte nicht wirklich zur neuen, frischen und offensiven Philosophie, die die neue HSV-Führung ihrer Mannschaft gerne implizieren würde.

Beim HSV scheint derzeit vieles möglich. Sogar Stevens könnte am Sonntag auf der Hamburger Bank Platz nehmen - dann allerdings, das zumindest steht fest, nur als Trainer von Schalke 04.

SID

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