Europol-Ermittler Althans:

"Betrüger sind uns mehrere Schritte voraus"

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Europol-Fahnder Friedhelm Althans

Köln - Trotz der Aufdeckung des größten Wettskandals in der Fußball-Geschichte durch die europäische Polizeibehörde Europol sehen sich die Ermittler auf der Jagd nach den Drahtziehern weiter im Nachteil.

 „Die Betrüger sind uns mehrere Schritte voraus“, sagte der Bochumer Kriminalhauptkommissar und Europol-Fahnder Friedhelm Althans in einem Interview des Kölner Stadtanzeigers: „Wir hinken immer hinterher.“

Eine Eindämmung der Manipulationen erhofft sich Althans zumindet für Deutschland, wo Europol laut Althans für die Jahre 2008 bis 2011 Reingewinne aus manipulierten Spielen von acht Millionen Euro und über zwei Millionen Euro an Bestechungsgeldern nachweisen konnte, durch eine offenbar angestrebte Aufnahme des Tatbestandes Wettbetrug ins Strafgesetzbuch: „Es würde Manipulationen deutlich erschweren, weil Spieler, Betreuer, Funktionäre und Schiedsrichter sich dann schon im Falle der bloßen Manipulation strafbar machen. Unabhängig davon, ob ein Wettkartell dahinter steht.“ Der Unterschied zur gegenwärtigen Gesetzeslage wäre, dass die Ermittler für die Verfolgung einer Spielermanipulation momentan laut Althans noch „erst beweisen müssen, dass daraus kriminelle Gewinne generiert wurden“.

Die von Europol verkündete Enttarnung der für die aufgespürten Manipulationen verantwortlichen Schaltzentrale in Singapur ist für Althans ungeachtet der zutage getretenen Dimensionen nur ein kleiner Fortschritt beim Kampf gegen internationale Wettkartelle. Man könne „davon ausgehen“, sagte der Fahnder, „dass es noch weitere gibt. Das ist bei unseren Ermittlungen deutlich geworden“.

sid

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