Last-Minute-Treffer in Helsingborg

Hannover liefert Euro-Wahnsinn in Schweden

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Nichts für schwache Nerven: der Auftritt von Hannover 96 bei Helsingborg IF.

Helsingborg - Die Europapokal-Auftritte der 96er sind fast schon legendär: Bei Helsingborg IF sieht Hannover lange wie der sichere Sieger aus, doch die Schlussphase ist nichts für schwache Nerven.

Pflichtaufgabe gelöst, Tabellenführung verteidigt: Hannover 96 ist dank eines Last-Minute-Treffers von Didier Ya Konan (90.+2) auf dem besten Weg, in der Europa League die Gruppenphase zu überstehen. Die Niedersachsen setzten sich beim schwedischen Fußball-Meister Helsingborgs IF nach einer turbulenten Schlussphase mit 2:1 (1:0) durch und dürfen mit sieben Punkten aus drei Partien in der Gruppe L auf ein Überwintern im internationalen Geschäft hoffen.

Vor 8338 Zuschauern im Stadion Olympia sorgte Ya Konan für den Siegtreffer, nachdem kurz zuvor Alvaro Santos (90.+1) den Ausgleich erzielt hatte. Mame Diouf hatte die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka in der zwölften Minute in Führung gebracht. Der Senegalese war per Kopfball aus sechs Metern Entfernung nach einem Eckball von Szabolcs Huszti erfolgreich. Schon vier Minuten zuvor war der Afrikaner in aussichtsreicher Position an Helsingborgs Torhüter Pär Hansson gescheitert.

Der 96-Coach hatte sich bei seiner Aufstellung für eine extrem offensive Variante entschieden und in Diouf, Didier Ya Konan und Mohammed Abdellaoue gleich drei torgefährliche Stürmer nominiert. Der Norweger hätte schon nach 53 Sekunden beinahe das Vertrauen Slomkas gerechtfertigt, köpfte den Ball jedoch knapp über die Querlatte.

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Jan Schlaudraff musste zunächst auf der Auswechselbank Platz nehmen. Doch auch ohne den ehemaligen Nationalspieler hatte der Bundesliga-Sechste, von knapp 4000 Fans nach Schweden begleitet, die Partie gut im Griff.

Insbesondere bei hohen Bällen erwiesen sich die Skandinavier als anfällig, 96-Innenverteidiger Mario Eggimanns Kopfball in der 26. Minute lenkte Torwart Hansson über die Querlatte. Huszti verzog zwölf Minuten später bei einem verdeckten Schuss nur um wenige Zentimeter. Die beste Chance der Gastgeber vereitelte 96-Schlussmann Ron-Robert Zieler bei einem Kopfball von Nikola Djurdjic (40.).

Nach dem Seitenwechsel wurde Abdellaoue durch Artur Sobiech ersetzt. Die Dominanz der Gäste hielt zunächst an, binnen Sekunden vergaben erst Diouf und dann Huszti beste Gelegenheiten für Hannover (51.). In der Folgezeit verlief die Begegnung ausgeglichener, ohne dass sich das Team des norwegischen Coachs Age Hareide lange klare Torchancen erspielen konnten. Erst in der 74. Minute musste Zieler zweimal aus kurzer Distanz klären. In der Nachspielzeit überschlugen sich die Ereignisse. Erst schockt Santos die Niedersachsen, keine zweit Minuten später avancierte Ya Konan zum umjubelten Matchwinner.

Neben Keeper Hansson machte beim fünfmaligen schwedischen Titelträger der Südafrikaner May Mahlangu ein gutes Spiel. Stärkste Akteure bei den „Roten“, die Helsingsborg am 8. November zum Rückspiel in der WM-Arena am Maschsee erwarten, waren Diouf und Mittelfeldspieler Sergio da Silva Pinto.

Wenige Stunden vor dem Anpfiff hatte die Hannoveraner eine traurige Nachricht erreicht. Im Alter von 61 Jahren war Hans Wöbse, von 1996 bis 1997 96-Vorstandsvorsitzender und damit Vorgänger des aktuellen Klubbosses Martin Kind, verstorben.

sid

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