Europa League: Schalke droht das Aus

Der FC Schalke 04 steht nach der 0:2-Niederlage gegen HJK Helsinki vor dem Aus in der Europa League-Qualifikation

Helsinki - Der FC Schalke 04 hat das erste Qualifikationsspiel für die Europa League verloren. Gegen den finnischen Meister HJK Helsinki kamen die "Königsblauen" nicht über ein 0:2 hinaus.

Der FC Schalke 04 ist mit einer Blamage in die Europa League gestartet. Mit 0:2 (0:1) verloren die Westfalen gegen HJK Helsinki das Playoff-Hinspiel in der Qualifikation zur Gruppenphase der Europa League. Vor 10.766 Zuschauern im ausverkauften Sonera Stadion erzielte Teemu Pukki die beiden Treffer (18./54.) zum verdienten Sieg des finnischen Rekordmeisters. Die Gelsenkirchener enttäuschten fünf Tage nach dem 5:1-Erfolg gegen den 1. FC Köln auf ganzer Linie.

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Vor allem die schwache Defensive bekam die gegnerischen Stürmer Pukki und Dwada Bah aus Gambia selten in den Griff. Bester Schalker war Torwart Ralf Fährmann, der mit einigen großartigen Paraden eine höhere Niederlage des als Favoriten in die Partie gegangenen Bundesligisten verhinderte. In der präsentierten Form muss Schalke nach dem 0:3 zum Ligaauftakt in Stuttgart am Sonntag beim 1. FSV Mainz einen weiteren Rückschlag befürchten.

Mit einem so schweren Spiel hatte Rangnick nicht gerechnet

Auf dem ungewohnten Kunstrasen, auf dem noch am Vormittag ein zweites Training zum Eingewöhnen durchgeführt wurde, agierte der deutsche Pokalsieger phasenweise viel zu offensiv und lud die Skandinavier damit häufig zu gefährlichen Konter ein. Im Rückspiel am Donnerstag (19.30 Uhr) vor eigenem Publikum können die Schalker den Einzug in die Gruppenphase mit gesicherten sechs Partien bis Ende Dezember allerdings noch perfekt machen. Dafür muss aber ein 3:0-Erfolg her, mit jedem Auswärtstor des Helsingin Jalkapalloklubi würde die Aufgabe noch schwerer. Doch das zweite Duell gegen den Tabellenführer aus Finnland, der sich nur einmal in der Spielzeit 1998/99 für die Champions League qualifizieren konnte, dürfte erneut kein Spaziergang werden. Das Team des erfahrenen Trainer Antti Muurinen befindet sich, weil es keine Sommerpause in Finnland gibt, gut im Wettbewerbsrhythmus und wirkte als kompakte, kampfstarke Einheit eingespielt.

Bei Schalke fehlten Raúl und Jermaine Jones, die die Reise in den hohen Norden nicht mit angetreten hatten, und Christian Fuchs wegen einer Sperre. Für sie rückten Atsuto Uchida, Jan Moravek und erstmals der Ex-Stuttgarter Ciprian Marica in die Startelf. “Wir müssen mit einem schweren Spiel rechnen“, sagte Trainer Ralf Rangnick unmittelbar vor dem Anstoß. Doch dass es so schwer würde, wie es sich schnell herausstellte, hatte der Schalke-Trainer sicher kaum erwartet.

Putziger Pukki schießt Traumtor

Marica vergab nach zwölf Minuten die beste Chance der Gäste in der ersten Halbzeit, als er aus drei Metern an Torwart Ville Wallen scheiterte. Schalke belagerte den Strafraum der Finnen, versuchte mit Distanzschüssen und Flanken den Abwehrriegel von Helsinki zu brechen, eröffnete damit aber dem Gegner die Option zum Kontern. Das überfallartige Angriffsspiel beherrschte das HJK-Team ausgezeichnet. Schalke hatte großes Glück, dass Bah völlig freistehend aus sechs Metern den Ball nicht richtig traf (16.). Zwei Minuten später machte sein blonder Sturmkollege mit dem putzigen Namen Pukki besser. Das Tor des 21-Jährigen war noch spektakulärer als das des Münchners Robben am Tag zuvor beim Sieg des FC Bayern gegen Zürich. Der finnische Nationalspieler spielte Kyriakos Papadopoulos am Strafraum aus und überwand mit einem Kunstschuss vom Eck des Sechzehnmeterraums in den oberen Torwinkel den machtlosen Fährmann.

Zu hektisch auf dem Plastikgras

Schalke agierte viel zu hektisch. Ohne sich selbst gute Tormöglichkeiten herauszuspielen, blieb der Gastgeber dominierend. Die Abwehrreihe mit Uchida als Linksverteidiger wackelte ständig, die defensiven Mittelfeldspieler Lewis Holtby und Joel Matip arbeiteten mangelhaft, die Offensivkräfte lieferten nur Stückwerk ab. Auf dem Platz mit dem Plastikgras, auf dem das Spiel schnell wird, agierte der Champions-League-Halbfinalist der Vorsaison ständig zu hektisch. In der 54. Minute waren es Fehler von Papadopoulos und Matip, die der blonde Lockenkopf Pukki zum Tempovorstoß nutzte, den er kühl mit einem Flachschuss an Fährmann vorbei abschloss.

Rangnick wechselte nach einer Stunde für den völlig enttäuschenden Marica den Schweizer Mario Gavranovic und für Moravek den Spanier Jurado ein. Eine entscheidende Besserung trat gegen die Finnen, die in Jari Litmanen ihren inzwischen 40 Jahre alten Ex-Superstar brachten, nicht ein. Bei einem vielversprechenden Versuch von Klaas Jan Huntelaar war Wallen schon geschlagen, aber ein Verteidiger warf sich in den Schuss. Im sehr ausgeglichenen Team von Helsinki ragten neben den Stürmern auch der Deutsch-Finne Alexander Ring heraus.

dapd

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