Hannover verpasst sich gute Ausgangslage

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Hannovers Mame Biram Diouf feiert mit seinen Mannschaftskollegen.

Lüttich - Hannover 96 darf auf den Einzug in das Viertelfinale der Europa League hoffen. In einem spannenden Spiel gegen Standard Lüttich fielen drei Tore in acht Minuten.

Hannover 96 darf weiter von seiner ersten Viertelfinal-Teilnahme im Europacup träumen. Die Niedersachsen erreichten im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League beim zehnmaligen belgischen Meister Standard Lüttich ein verdientes 2:2 (1:2) und haben dadurch im Rückspiel am kommenden Donnerstag alle Trümpfe in der Hand.

Vor 22.000 Zuschauern waren die Niedersachsen in der 22. Minute durch einen verwandelten Foulelfmeter von Lars Stindl in Führung gegangen. Yoni Buyens (27.) und Mohammed Tchite (30.) drehten aber innerhalb von vier Minuten mit einem Doppelschlag das Spiel zugunsten der Gastgeber. Mame Biram Diouf sorgte mit dem Ausgleich in der 56. Minute dann für eine hervorragende Ausgangssituation des Bundesligisten in der nächsten Woche vor eigenem Publikum. Die Belgier hatten zudem Glück, dass Kanu nach einem Schlag gegen Didier Ya Konan (59.) nicht die Rote Karte sah.

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„Wir haben in der zweiten Halbzeit nochmal zugelegt, waren viel mehr dran am Gegner. Wir haben uns in die Partie reingebissen. Es war wichtig, dieses zweite Tor zu machen. Wir haben jetzt eine recht ordentliche Ausgangsposition“, sagte Hannovers Trainer Mirko Slomka.

Die Führung für die Gäste war allerdings schmeichelhaft. Denn Stindl nutzte einen zweifelhaften Foulelfmeter zur glücklichen Führung. Im Laufduell mit Kanu war zuvor Konstantin Rausch im Strafraum der Belgier zu Fall gekommen, und der französische Schiedsrichter Tony Chapron entschied zum Entsetzen der Belgier auf den Punkt. Für die Gastgeber war es der erste Gegentreffer auf eigenem Platz in der laufenden Europacup-Saison.

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Doch Standard drehte die Partie binnen vier Minuten. In der 27. Minute gelang Buyens mit seinem ersten Europacuptreffer der Ausgleich, ehe nur 180 Sekunden später Mohammed Tchite eine Schläfrigkeit in der Hintermannschaft von Hannover nutzte und zum 2: 1 für die Gastgeber traf. Der stets gefährliche Angreifer hatte bereits den Ausgleich vorbereitet. In der Nachspielzeit jedoch vergab er eine große Chance auf den Siegtreffer, schoss aus kurzer Distanz am Tor vorbei.

Die Hausherren hatten vor dem Strafstoß die Partie bestimmt und in der 12. Minute die erste gute Gelegenheit durch Cyriac, der an Hannovers Torwart Ron-Robert Zieler scheiterte. Nach der Führung schien Hannover das Spiel im Griff zu haben. Aber die zwei schnellen Gegentore verunsicherten die Niedersachsen, bei denen Mohammed Abdellaoue (Grippe), Jan Schlaudraff (Gelbsperre) und Manuel Schmiedebach (Muskelfaserriss) fehlten.

Nach der Pause hatte das Team von Trainer Mirko Slomka die erste Chance, aber der starke Stindl scheiterte mit einem Schuss von der Strafraumlinie an Lüttichs Torwart Sinan Bolat. Weniger auffällig als Stindl war zunächst Angreifer Ya Konan, der den Tag dennoch nie vergessen wird. Denn der Ivorer war am Morgen noch Vater einer gesunden Tochter geworden.

Dessen Sturmpartner Mame Diouf blieb lange Zeit ebenfalls ohne Wirkung, wurde durch eine Verletzung am Sprunggelenk kurz vor der Pause zudem beeinträchtigt. In der Pause deutete alles darauf hin, dass der Neuzugang aus Manchester ausgewechselt werden muss. Doch der Senegalese biss auf die Zähne und markierte dann nach Vorarbeit von Ya Konan das verdiente 2:2, ehe er angeschlagen den Platz verlassen musste.

Bereits in der Gruppenphase hatte sich Hannover zweimal mit Lüttich gemessen, dabei hatte es zu Hause ein 0:0 und auswärts ein 0:2 gegeben. Ähnlich wie im vergangenen November war das Match in Lüttich zum Hochsicherheitsspiel erklärt worden. Die knapp 1000 96-Fans wurden nicht in die Stadt gelassen und direkt zum Stadion gefahren.

Bei den Niedersachsen waren Stindl und Rausch die herausragenden Akteure. Bei den Hausherren wussten Tchite und Cyriac besonders zu gefallen.

sid

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