Bayer-Anreise mit Problemen - Gladbach unter Druck

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Gladbach-Kapitän Filip Daems (r.) und Juan Arango.

Stuttgart - Für Gladbach und Stuttgart geht es in der Europa League bereits ums Überleben. Hannover ist auf Wiedergutmachung aus und Leverkusen erwartet in Wien ein heißes Prestige-Duell.

Für Borussia Mönchengladbach und den VfB Stuttgart geht es in der Europa League fast schon um alles oder nichts. Bei einer weiteren Niederlage rückt die anvisierte K.o.-Runde für beide Bundesligisten schon zur Halbzeit der Gruppenphase in weite Ferne.

Während die Stuttgarter rechtzeitig vor dem Heimspiel gegen den FC Kopenhagen (21.05 Uhr/Sky) in der Liga ein Erfolgserlebnis feiern konnten, ist das Selbstvertrauen der Gladbacher vor dem Duell gegen den französischen Spitzenklub Olympique Marseille (21. 05 Uhr/Kabel 1 und Sky) völlig am Boden. Etwas entspannter gehen Hannover 96 bei Helsingborgs IF (19.00 Uhr/Sky) und Bayer Leverkusen bei Rapid Wien (19.00 Uhr/Sky) ihre Auswärtsaufgaben auf europäischem Parkett an.

„Wenn man sich die Tabelle anschaut, müssen die drei Punkte hier bleiben“, sagte Gladbachs Verteidiger Tony Jantschke angesichts eines dürftigen Zählers auf der Habenseite. Bei einer Niederlage droht ein Sechs-Punkte-Rückstand auf Rang zwei, das Aus nach der Gruppenphase wäre dann kaum noch zu vermeiden.

Dabei hatten Verein und Fans 16 Jahre lang nach internationalen Spielen geradezu gelechzt. „Magische Nächte“, heißt das Buch, mit dem die Borussia ihre Europa-Rückkehr feierte. Doch magisch ist bei der Borussia schon lange nichts mehr. Der Sinkflug auf Platz 13 der Bundesliga und das jüngste 0:4 in Bremen drückt natürlich auf die Stimmung. Kapitän Filip Daems forderte deshalb für das Spiel gegen Marseille: „Wir haben da etwas gutzumachen.“

Auch die Stuttgarter stehen gegen Kopenhagen mit dem Rücken zur Wand. „Die Europa League ist noch nicht abgeschrieben. Wir spielen auf Sieg, die Mannschaft sollte unbedingt punkten“, forderte VfB-Präsident Gerd Mäuser entsprechend - zumal er für die auf Sparkurs befindlichen Schwaben auf der internationalen Bühne eine „Möglichkeit“ sieht, „Geld zu verdienen“.

Trainer Bruno Labbadia geht es indes rein ums Sportliche - und da soll es nach zuletzt sieben Punkten aus drei Spielen in der Liga nun auch in der Europa League endlich klappen.

Hannovers Trainer Mirko Slomka forderte derweil im Spiel in Helsingborg von seiner Offensivabteilung mehr Treffsicherheit. „Starke Stürmer zeichnen sich dadurch aus, dass sie treffen. Das müssen sie jetzt wieder zeigen“, forderte Slomka. Mit einem Dreier gegen die noch sieglosen Schweden könnten die Norddeutschen bereits einen großen Schritt Richtung Zwischenrunde machen. Doch welche Angreifer in der Startformation stehen werden, daraus macht der 96-Coach noch ein großes Geheimnis. Lediglich Jan Schlaudraff gilt als gesetzt, als Nebenmann des Ex-Nationalspielers kommen Mame Diouf, Didier Ya Konan, Artur Sobiech und Mohammed Abdellaoue infrage.

Probleme der anderen Art hatte Bayer Leverkusen. Ein unangekündigter Streik der Bediensteten der Gepäckabfertigung und der Busfahrer verzögerten den Abflug der Werkself am Mittwochvormittag um mehr als drei Stunden. Während die Spieler von Teamchef Sami Hyypiä und Trainer Sascha Lewandowski noch schnell einen Imbiss einnahmen, warnte Bayer-Sportchef Rudi Völler sein Team vor Überheblichkeit.

„Rapid steht mit dem Rücken zur Wand, nachdem die Mannschaft die ersten beiden Spiele unglücklich verloren hat“, sagte der ehemalige Bundestrainer, der eine hitzige Atmosphäre im Ernst-Happel-Stadion erwartet: „Rapid hat einen klaren Heimvorteil und fast 50.000 Zuschauer im Rücken. Hinzu kommt die große Rivalität zwischen Österreich und Deutschland. Das wird keine Kaffeehaus-Fahrt.“

sid

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