Nur Labbadia meckert

Deutsche Klubs schreiben Geschichte

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Bruno Labbadia hat das Weiterkommen in der Europa League nicht zufriedengestellt

Stuttgart - Die deutschen Klubs haben in den europäischen Wettbewerben Fußball-Geschichte geschrieben, doch VfB-Stuttgart-Trainer Bruno Labbadia hat trotzdem schlechte Laune.

„Wettbewerbsverzerrung“, wetterte der Trainer des VfB Stuttgart, nachdem sich die Schwaben trotz eines 0:1 (0:1) gegen Molde FK aus Norwegen doch noch in die Zwischenrunde der Europa League gemogelt hatten. Nur 43 Stunden nach dem Abpfiff warten in der Fußball-Bundesliga am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total) bereits die ausgeruhten Stars von Schalke 04 auf Labbadias Mannschaft.

Doch sonst gab es bei den Bundesliga-Klubs nur strahlende Gesichter. Noch nie haben sieben deutsche Vereine in europäischen Wettbewerben überwintert. Neben den Stuttgartern schafften auch Bayer Leverkusen, Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach den Sprung in die K.o.-Runde und machten die makellose Bilanz perfekt. Zuvor hatten bereits Bayern München, Borussia Dortmund und Schalke geschlossen das Achtelfinale der Champions League erreicht.

Weil Leverkusen bereits vor dem letzten Spieltag der Gruppenphase für die Runde der letzten 32 qualifiziert war, wurden zahlreiche Stars gegen Rosenborg Trondheim geschont. Und so schwang sich Julian Riedel zum „Helden für einen Tag“ auf. Den Nikolaustag 2012 wird der Leverkusener Junge jedenfalls nie vergessen.

Als er wenige Minuten nach seinem goldenen Tor (65.) zum 1:0 (0: 0) über seine Gefühle sprechen sollte, sprudelte es nur so aus ihm heraus. „Ich kann es noch gar nicht fassen, ich bin beinahe sprachlos“, sagte der 21-Jährige, der kurz zuvor noch mit dem Megafon auf dem Zaun der Fankurve gefeiert hatte, sichtlich aufgewühlt: „Das war ein perfekter Abend. Schon mit dem Spiel an sich ist ein Traum in Erfüllung gegangen, nun ist es eigentlich unfassbar.“ Erst am Mittwochabend hatte der 21-Jährige den Anruf bekommen, dass Leverkusen für ihn eine Sondergenehmigung beantragt hatte und er in der Startelf steht. 24 Stunden später war der Außenverteidiger, der gerade seine Prüfungen zum Sport- und Fitnesskaufmann ablegt, der Matchwinner.

Auch der Gladbacher Zwölf-Millionen-Mann Luuk de Jong bekam sein Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. „Mir geht es sehr gut, ich bin einfach glücklich“, sagte der niederländische Torjäger nach dem 3:0 (2:0) im bedeutungslosen Gruppenfinale bei Fenerbahce Istanbul. Nach 42 Tagen Leidenszeit und einer schweren Kapselverletzung im Knie wurde de Jong nach 67 Minuten im Sükrü-Saracoglu-Stadion eingewechselt, nur zwölf Minuten später stellte der 22-Jährige mit seinem Tor den Endstand her.

Hannover 96 reichte bei UD Levante ein 2:2 (2:0), um als unbesiegter Gruppenerster in die K.o.-Runde einzuziehen. „Ungeschlagen hört sich irgendwie gut an“, sagte ein bestens gelaunter Trainer Mirko Slomka: „Jetzt hoffe ich für unsere Fans auf einen renommierten, aber schlagbaren Gegner.“ Allerdings droht den Niedersachsen trotz des Gruppensieges in der Runde der letzten 32 am 14. und 21. Februar ein echtes Hammerlos. Unter anderem kann es zu einem erneuten Duell mit Titelverteidiger Atletico Madrid, Inter Mailand oder Tottenham Hotspur kommen. „Wir müssen es ja sowieso nehmen, wie es kommt“, sagte Sportdirektor Jörg Schmadtke, „jetzt ist keiner mehr dabei, von dem wir sagen können: Den hauen wir im Vorbeigehen weg.“

Doch auch Stuttgart, Gladbach und Leverkusen könnte am 20. Dezember ein echter Brocken zugelost werden: Womöglich könnte es zu einem Duell mit dem FC Chelsea, dem FC Liverpool oder Lazio Rom mit Nationalstürmer Miroslav Klose kommen.

sid

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