Erzrivale Werder vergrößert die HSV-Not

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Claudio Pizarro (Mitte) war einmal mehr Mann des Tages bei Werder Bremen

Bremen - Nach einer weiteren Niederlage, diesmal ausgerechnet gegen den Erzrivalen Werder Bremen, bleibt der Hamburger SV Tabellenletzter. Die Not wird größer, die Häme immer heftiger.

“Zweite Liga, Hamburg ist dabei“, sangen die Fans von Werder Bremen während und nach dem Nordderby gegen den Hamburger SV voller Häme. Soweit ist es nach dem verdienten 2:0 (0:0)-Sieg der Gastgeber natürlich noch lange nicht, der HSV bleibt nach den Toren von Claudio Pizarro (52., 79.) aber sieglos mit nur einem Punkt Tabellenletzter der Bundesliga. “Wir waren heiß auf das Spiel, aber haben uns einfach nicht clever genug angestellt“, sagte Hamburgs Kapitän Heiko Westermann.

Der erhoffte Befreiungsschlag blieb aus, der Druck auf Trainer Michael Oenning wird damit weiter steigen. Werder schob sich durch den vierten Saisonsieg mindestens bis Sonntag auf Platz zwei. “Ich bin sehr zufrieden mit unserer Leistung heute. Unser Aktionen waren immer druckvoll, immer gefährlich - und wir haben immer wieder nachgelegt“, sagte Bremens Trainer Thomas Schaaf.

Oenning unter Druck

Die Spannung in Bremen und Hamburg war vor diesem 95. Bundesliga-Duell der beiden Nordklubs bereits während der ganzen Woche zu greifen. Die Gäste standen angesichts ihres vollkommen verkorksten Saisonstarts ganz besonders unter Druck. Oenning hoffte deshalb, das gerade im Nordderby die Wende zum Besseren gelingt. “Wir wollen in Bremen den nächsten Schritt machen“, gab er seinem Team mit auf den Weg “grade weil es ein besonderes Spiel ist.“

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Tatsächlich bot seine Mannschaft über weite Strecken die bislang beste Saisonleistung. Das Team zeigte sich konzentriert und engagiert und ließ auch in der Defensive nur wenige Chancen für Werder zu. Die Innenverteidiger Heiko Westermann und Slobodan Rajkovic wirkten insgesamt sicher, ließen Pizarro aber zweimal entscheidend entwichen. Der HSV hatte auch Glück, als Sokratis in der 39. Minute nach einer Ecke mit einem Kopfball nur den Pfosten traf.

Dies blieb auf beiden Seiten vor der Pause die klarste Torgelegenheit. Die Partie wurde sehr intensiv geführt, zahlreiche harte Zweikämpfe vor allem im Mittelfeld zeigten die Brisanz. Schiedsrichter Manuel Gräfe hatte alle Hände voll zu tun, das Spiel in geregelten Bahnen zu halten. Dabei hatte der Berliner bei den Beurteilungen von Zweikämpfen nicht immer eine klare Linie.

In der 49. Minute zog sich Gräfe zusätzlich den Zorn der Werder-Fans zu, als er den vermeintlichen Führungstreffer von Pizarro wegen eines Stürmerfouls an Westermann nicht anerkannt. Drei Minuten später aber war der Peruaner erfolgreich. Die HSV-Abwehr sah dabei alles andere als gut aus. Ein Freistoß von Marko Marin segelte durch Strafraum an den rechten Pfosten und sprang von da dem Torjäger direkt vor den Kopf. Aus drei Metern hatte er keine Mühe, die Führung zu erzielen. Auch sein zweites Tor erzielte Pizarro nach einer Standardsituation, als er einen Freistoß einköpfte.

Naldo nach 490 Tagen wieder im Kader

Bei Werder bildeten Sebastian Prödl und Andreas Wolf die Innenverteidigung, nachdem der langjährige Abwehrchef Per Mertesacker am 31. August zum FC Arsenal London verkauft wurde. Prödl konnte sich dabei besonders auszeichnen, als er in er 30. Minute mit einem starken Tackling gegen Mladen Petric im letzten Moment ein Durchbrechen des HSV-Stürmers verhindern konnte. Bei den Bremern stand übrigens erstmals nach 490 Tagen wieder Naldo im Kader eines Bundesligaspiels. Der Brasilianer fiel die gesamte letzte Saison mit einem Knochenödem aus. Als er in der 86. Minute schließlich eingewechselt wurde, zollten ihm die Bremer Fans mit stehenden Ovationen Respekt.

Das Spiel wurde in der zweiten Hälfte sogar noch intensiver, als Werder den Druck erhöhen konnte. Nach der Bremer Führung mussten die Gäste ihre Offensivbemühungen verstärken, sie kämpften mit viel Moral um den Ausgleich. Torwart Tim Wiese rettete dabei in der 72. Minute akrobatisch gegen Mladen Petric die Führung. Auf der anderen Seite ergaben sich dafür Räume für Bremer Konter. Das Spiel blieb deshalb bis in die Schlussphase hinein spannend und eine Nervenschlacht für die lautstarken Fans auf beiden Seiten.

dapd

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