Erster Hertha-Heimsieg seit 748 Tagen

+
Levan Kobiashvili freut sich über sein Eröffnungstor für Hertha BSC

Berlin - Dass der Abend im Berliner Olympiastadion für Hertha BSC so fröhlich enden würde, damit hatten lange Zeit die wenigsten gerechnet. Die Erfahrung von 17 Heimspielen sprach dagegen.

Raffael erlöste mit seinem späten Tor zum 1:0 (0:0)-Sieg gegen den VfB Stuttgart die Berliner - nach 748 Tagen ist der Heimfluch endlich weg. Der Brasilianer traf in der 86. Minute per Kopf auf Zuspiel von Patrick Ebert. Im Freitagspiel des 4. Spieltages verdiente sich das Team von Trainer Markus Babbel den ersten “Dreier“ der neuen Spielzeit mit einer deutlichen Steigerung nach der Pause. Die Gäste aus Schwaben waren vor 52 232 Zuschauern im Olympiastadion in der ersten Halbzeit die aktivere Mannschaft, schlugen aber kein Kapital heraus. In der Tabelle zog Hertha (5 Punkte) am VfB (4) vorbei.

“Ich bin überglücklich, dass wir endlich zu Hause gewonnen haben. Es war ein tolles Spiel und ein verdienter Sieg. Der Trainer hat uns wach gemacht für die zweite Halbzeit und uns in der Pause den Kopf gewaschen“, berichtete Herthas Christian Lell. “Es war mir einfach zu wenig Engagement in der ersten Halbzeit“, begründete Babbel seine Kabinenansprache.

Die Stuttgarter haderten nach der zweiten 0:1-Niederlage binnen einer Woche mit dem Schiedsrichter und der eigenen Leistung. “In der zweiten Halbzeit haben wir für unsere Qualität zu wenig gemacht“, urteilte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic, der sich zudem über einen nicht gegebenen Strafstoß nach Rempler von Andre Mijatovic an Martin Harnik (40.) ärgerte. “Das war für mich ein klarer Elfmeter.“

Die schönsten und die hässlichsten Bundesliga-Trikots 2011/2012

Die schönsten und die hässlichsten Trikots: Die Beurteilungen der Jury

Am bisher heißesten Tag des Jahres in Berlin wirkte die Hertha wie schon zum Saisonauftakt gegen Nürnberg (0:1) auch im zweiten Heimspiel nach dem Aufstieg zunächst gehemmt. Babbels Elf agierte am Anfang ohne Selbstvertrauen, steigerte sich aber im zweiten Durchgang deutlich und gewann am Ende verdient. 45 Minuten lang hatte dem VfB mit dem starken Mittelfeld-Trio Tamas Hajnal, Zdravko Kuzmanovic und Martin Harnik eine Durchschnittsleistung genügt, um das Geschehen zu kontrollieren.

Bei Temperaturen um 30 Grad setzten die ballsicheren Gäste durch Cacau das erste Achtungszeichen in einer umkämpften Partie. Der Nationalstürmer schlenzte den Ball nach gerade einmal 60 Sekunden knapp am Hertha-Gehäuse vorbei. Wer eine schnelle Antwort der Berliner erwartet hatte, sah sich getäuscht. Die Hertha agierte umständlich im Spielaufbau und war meist schon vor dem VfB-Strafraum mit ihrem Latein am Ende. Als Shinji Okazaki den Ball nach Flanke von Hajnal aufs Tor köpfte, verhinderte die Oberkante der Latte die eigentlich verdiente Führung für die Stuttgarter (28.).

Erst nach gut 30 Minuten setzten auch die Berliner über ihre stärkere rechte Seite Offensivakzente. Das erste Heimtor für die Hausherren verhinderte VfB-Schlussmann Sven Ulreich, als er einen Schuss von Ebert mit beiden Fäusten parierte. (35.). Während sich bei den Schwaben nach der Pause ein Kräfteverschleiß bemerkbar machte, legte die Hertha trotz der Hitze noch einen Zahn zu. In der 54. Minute verpassten Mijatovic und Raffael eine große Kopfballchance. Dann lenkte Ulreich einen Ramos-Kopfball über die Latte (68.). Schließlich gelang Raffael doch noch der umjubelte Siegtreffer.

dpa/dapd

Kommentare