"Ermüdend": Der nächste Clásico steht vor der Tür

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Im bislang letzten Duell vor knapp einem Monat behielt der FC Barcelona (hier Cesc Fabregas) im Clásico mit 3:1 die Oberhand.

Madrid - Im Viertelfinale des spanischen Pokals treffen die Spitzenclubs Real Madrid und FC Barcelona aufeinander. Der Clásico wird zum Serienereignis. Hin- und Rückspiel sind bereits das neunte und zehnte Aufeinandertreffen der Erzrivalen in der "Mourinho-Ära".

Bis vor wenigen Jahren sprach man in Spanien von einem „Jahrhundertspiel“, wenn Real Madrid und der FC Barcelona aufeinandertrafen. Die Fußballschlager zwischen den Erzrivalen haben jedoch viel von ihrer Außergewöhnlichkeit eingebüßt, seit sie quasi in Serie stattfinden. Gut fünf Wochen nach Barças 3:1-Sieg bei Real stehen bereits die nächsten zwei Ausgaben des Clásico an. An diesem Mittwoch werden die Spitzenclubs sich im Viertelfinal-Hinspiel des spanischen Pokals im Bernabéu-Stadion und eine Woche später im Rückspiel im Camp Nou gegenüber stehen.

Auch bei den Fußballstars sorgt die Überdosis von Schlagerspielen allmählich für Verdruss. „Ab und zu ein Clásico ist schön, aber so viele Begegnungen sind ermüdend“, sagte Real-Torhüter Iker Casillas. „Da werden die Spiele Real-Barça eher fade.“ Seit Trainer José Mourinho vor anderthalb Jahren sein Amt bei den Madrilenen antrat, fanden acht Clásicos in den verschiedenen Wettbewerben statt. In der Bilanz ist der FC Barcelona mit vier Siegen, drei Remis und einer Niederlage eindeutig im Vorteil.

Mourinho, der auf den verletzten Sami Khedira verzichten muss, hatte gegen die Katalanen ziemlich alle defensiven und offensiven Varianten ausprobiert, aber keine Strategie ging auf. Die 1:3-Schlappe im Punktspiel vor gut fünf Wochen versetzte den Madrilenen einen Knacks, den sie bis heute nicht ganz überwunden haben. Sie verloren ihre selbstbewusste Spielweise.

Vor allem ihr Superstar Cristiano Ronaldo scheint unter einem Barça-Komplex zu leiden. Er vergab damals mehrere Torchancen und wurde erstmals vom eigenen Publikum ausgepfiffen. Dies schlug dem Portugiesen so sehr auf die Stimmung, dass er in einer späteren Partie einen Torerfolg nicht bejubelte, sondern trotzig eine grimmige Miene aufsetzte. Nach Berechnungen des Sportblatts „As“ erzielt der teuerste Fußballer der Welt gegen die Katalanen im Durchschnitt nur alle 301 Minuten ein Tor, gegen andere Teams trifft er dagegen alle 81 Minuten.

Allerdings präsentierte auch der FC Barcelona sich zuletzt nicht in Bestform. Der Meister und Champions-League-Sieger liegt in der Liga fünf Punkte hinter den „Königlichen“ zurück, einige Spieler beklagten sich über die Schiedsrichter. „In dieser Saison benachteiligen die Unparteiischen uns häufiger, als dass sie uns Vorteile gewähren“, sagte Spielmacher Xavi. „In den vorigen Jahren war das umgekehrt gewesen.“

dpa

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