Erlitt Cassano einen Schlaganfall?

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Erlitt AC Mailands Stürmerstar Antonio Cassano (29) einen Schlaganfall? 

Mailand - AC Mailands Stürmerstar Antonio Cassano scheint sich nach seinem mysteriösen Anfall am Wochenende zu erholen. Der behandelnde Arzt spricht von einem Schlaganfall. Sein Verein dementiert.

Zu schreiben, das Spiel bei BATE Borissow käme für den AC Mailand einem Nervenspiel gleich, scheint dieser Tage etwas unangebracht. Zum einen darf man davon ausgehen, dass sich der italienische Fußball-Meister am Dienstag (18.00 Uhr/Sky) gegen den weißrussischen Außenseiter keine Blöße geben und vorzeitig ins Achtelfinale der Champions League einziehen wird. Zum anderen wurde nach Gennaro Gattuso in Antonio Cassano bereits der zweite Milan-Profi mit einer rätselhaften Nervenerkrankung ins Krankenhaus eingeliefert. „Dem Jungen geht's nicht gut, wir untersuchen ihn noch“, sagte Mannschaftsarzt Rodolfo Tavana zum Zustand des 29-Jährigen. „Die Symptome lassen auf einen leichten Schlaganfall schließen“, ergänzte der behandelnde Arzt Roberto Sterzi.

Diese Meldung dementierte am späten Abend der AC Mailand. Die Nachrichten über den Gesundheitszustand von Antonio Cassano entsprechen nicht der Wahrheit“, teilte der italienische Fußball-Meister mit: „Antonio befindet sich auf dem Weg der Besserung und wird sich in den nächsten Tagen weiteren Untersuchungen unterziehen.“

Cassano war auf der Rückreise nach dem 3:2-Auswärtssieg am Samstag beim AS Rom schwindelig geworden, der Nationalspieler litt urplötzlich an Seh- und Sprechstörungen. Cassano wurde unmittelbar nach der Landung in die Mailänder Poliklinik gebracht, wo der Stürmer auf der neurologischen Station auch am Montag noch untersucht wurde. Angesichts der Erkrankung Cassanos rückte die Pflichtaufgabe der Rossoneri im Dinamo-Stadion in Minsk, wo Borissow seine Champions-League-Heimspiele austrägt, zunächst einmal in den Hintergrund.

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„Milan in Sorge um Cassano. Zweite Nacht im Krankenhaus“, schrieb die italienische Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport. „Wir hoffen auf das Beste“, sagte Cassanos Mutter Giovanna mit Tränen in den Augen. Zumindest vorsichtige Entwarnung gaben am Montagnachmittag Milans Offizielle, ohne allerdings näher auf den Zustand Cassanos einzugehen. „Ich habe Sonntag mit ihm gesprochen, er scheint sich zu erholen. Die ganze Mannschaft ist geschockt“, sagte Trainer Massimiliano Allegri vor dem Abflug nach Weißrussland. Und Vizepräsident Adriano Galliani fügte hinzu: „Er ist guten Mutes.“

Sportlich läuft es zwar für Milan nach sieben Siegen aus den letzten acht Pflichtspielen, und für den Einzug in die K.o.-Phase der Champions League könnte dem siebenmaligen Titelträger bereits ein Punkt reichen. Doch die Ungewissheit über den genauen Gesundheitszustand Cassanos sorgt für Unruhe bei den Lombarden - nicht zuletzt deshalb, weil auch Gattuso wegen einer Nervenerkrankung (gelähmter Sehnerv) monatelang ausfällt. „Es kam völlig unerwartet, es ist vergleichbar mit Gattusos Fall. So etwas ist noch nie passiert“, sagte Galliani: „Aber Cassano ist stark - genauso wie Rino (Gattuso, d. Red.). Alles wird gut.“

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Doch Milan plagen vor dem Duell mit dem in der Königsklasse noch sieglosen neuen und alten weißrussischen Meister weitere Personalsorgen. Allegri muss auf Stürmer Alexandre Pato und Abwehrspieler Luca Antonini verzichten. Der Einsatz des angeschlagenen gebürtigen Berliners Kevin-Prince Boateng, der gegen Rom wegen Beleidigung des Schiedsrichter-Assistenten die Rote Karte sah, ist fraglich.

Deutlich entspannter reist der FC Barcelona zum Auswärtsspiel am Dienstag bei Viktoria Pilsen (20.45 Uhr/Sky). Wie Milan könnte auch der punktgleiche Titelverteidiger mit einem Zähler in Prag das Achtelfinal-Ticket buchen. Am Samstag schoss sich der spanische Meister beim 5:0-Kantersieg über RCD Mallorca schon einmal warm. Für Begeisterungsstürme sorgte dabei einmal mehr Weltfußballer Lionel Messi, der mit seinem fulminanten Hattrick binnen 18 Minuten seine persönliche Durststrecke von drei Spielen ohne Treffer auf spektakuläre Art und Weise beendete.

„Wir wissen, dass er der beste Spieler der Welt ist, dass er der Anführer dieser Mannschaft ist und dass er den Unterschied ausmacht“, sagte Mitspieler Sergio Busquets: „Aber er ist keine Maschine. Es wird Spiele geben, in denen er nicht treffen kann.“

Pilsen wird das wohl kaum beruhigen. Bei Barcas 2:0-Hinspielsieg im Camp Nou vor zwei Wochen legte Messi die beiden Treffer von Andres Iniesta sowie David Villa auf - und traf zweimal den Pfosten.

Von Jan Reinold/sid

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