Ballack: Plötzlicher Vereinswechsel?

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Michael Ballack (Mitte) auf der Bayer-Bank

München - Michael Ballack steht beim Bundesligisten Bayer Leverkusen in den kommenden Tagen möglicherweise noch vor dem Absprung. Einen möglichen Interessenten gibt es auch schon.

Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler und Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser schlossen am Sonntag einen Transfer des ehemaligen DFB-Kapitäns bis zum Ende der Transferperiode am 31. August nicht länger aus. Ballack wird aktuell mit dem VfL Wolfsburg in Verbindung gebracht.

 

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„Wenn er auf uns zukommen sollte, wären wir aufgrund unseres persönlichen Verhältnisses natürlich gesprächsbereit. Dann würden wir uns zusammensetzen und eine vernünftige Lösung finden“, sagte Völler, der gleichzeitig aber forderte, dass der 34-Jährige sein Reservistendasein „akzeptieren“ solle, im Sport1-Doppelpass: „Es gibt im Moment eben Spieler, die ein bisschen stärker sind. Da muss er sich gedulden.“

Auch Holzhäuser kann sich mittlerweile vorstellen, Ballack bis Mittwoch noch abzugeben. „Der Michael ist mit seiner Rolle nicht einverstanden. Wenn er käme und sagen würde, er hat ein Angebot, würden wir mit ihm reden“, sagte der Bayer-Boss Sport Bild online und zeigte Verständnis für den Frust von Ballack: „Ich erwarte auch von einem Spieler in seiner Situation, dass er unzufrieden ist.“ Da ihm bei Bayer aber niemand eine Veränderung versprechen kann, ist jetzt ein kurzfristiger Wechsel möglich.

Sowohl Bayer-Kommunikationsdirektor Meinolf Sprink als auch Vereinssprecher Dirk Mesch sagten der Nachrichtenagentur dpa allerdings, die Frage sei “absolut theoretischer Natur“. Beide betonten, dass dem deutschen Meisterschaftszweiten keine Offerte für Ballack vorliegt. “Es gibt definitiv keine. Und deswegen ist auch die Antwort theoretisch“, ergänzte Mesch.

Der Mittelfeldspieler kommt in Leverkusen unter Trainer Robin Dutt nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus und wird aktuell mit dem VfL Wolfsburg in Verbindung gebracht. Beim 0:0 gegen Borussia Dortmund am Samstag wurde der 98-malige Nationalspieler nicht einmal mehr eingewechselt. Ballack steht bei Bayer noch bis zum Ende der Saison unter Vertrag, ist hinter Nationalspieler Simon Rolfes und Youngster Lars Bender auf der Position im defensiven Mittelfeld derzeit allerdings chancenlos.

„Dass die Situation für Michael nicht befriedigend ist, ist logisch. Ich habe zuletzt aber auch erlebt, dass er mit der Rolle ein bisschen besser umgeht als im vergangenen Jahr. Auch Robin Dutt geht immer offen und ehrlich mit ihm um“, sagte Völler, der aber noch Hoffnung hat, dass Ballack auf die Zähne beißt und seinen Vertrag in Leverkusen erfüllt: „Michael muss versuchen, in die Mannschaft reinzukommen. Wir haben viele Spiele, auch in der Champions League. Es wird Platzverweise und Verletzte geben. Deshalb wird es bei uns sicherlich noch Platz für Ballack geben.“

Bayer-Sportchef Völler gab jedoch zu, dass es nicht so laufe, wie „er sich das vorgestellt hat oder wir uns das vorgestellt haben“. Dennoch wolle Bayer mit der Situation „professionell“ umgehen. Wichtig sei, dass Ballack seine Rolle als Ergänzungsspieler akzeptiere, damit nicht unnötig Unruhe in die Mannschaft komme.

Ex-Nationalspieler Thomas Strunz kann sich indes nicht vorstellen, dass der öffentlich weiterhin schweigende Ballack die Saison ohne Widerstand als Reservist bei Bayer beenden wird. „Michael Ballack ist kein Spieler wie jeder andere. Er hat eine andere Erwartungshaltung an sich selbst. Und in den letzten 15 Monaten hat sich seine Karriere desaströs entwickelt. Erst hat er bei der Nationalmannschaft den Absprung verpasst, jetzt ist er in Leverkusen nur Dritter auf der Position im defensiven Mittelfeld. Ein Spieler dieser Kategorie kann damit nicht zufrieden sein“, sagte Strunz im Doppelpass.

sid

 

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