Englische Zeitung verunglimpft Podolski

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Diese Szene motivierte eine englische Zeitung dazu, Lukas Podolski zu verunglimpfen

Köln - Lukas Podolski steht vor einem Wechsel zum FC Arsenal. Noch immer lässt die offizielle Bestätigung auf sich warten. Doch in seiner neuen Heimat wird der Spieler schon mal verunglimpft.

Zeit zum Nachdenken hatte Lukas Podolski nach einem der turbulentesten Wochenenden seiner Profi-Karriere reichlich. Nur ein nachmittäglicher Sponsoren-Termin in der Kölner City unterbrach die Ruhe des trainingsfreien Montags vorübergehend. Zu bedenken hat der Stürmerstar des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln derzeit auch wahrlich genug - sein Platzverweis gegen Hertha BSC und die Folgen, die Situation bei „seinem“ FC nach der Trennung von Sportdirektor Volker Finke und nicht zuletzt der weiter im Raum stehende Wechsel nach England zum FC Arsenal.

Besonders seine Zukunftspläne dürften „Prinz Poldi“ stark beschäftigen. Nach dem Abgang seines vereinsinternen Widersachers Finke, der Podolskis Status als „König des FC“ nach Ansicht des 26-Jährigen nie ausreichend würdigen wollte („Podolskis Abgang wäre auch eine Chance, die Mannschaft weiterzuentwickeln“), könnte sich als glückliche Fügung erweisen. Vielleicht ist in Sachen London das letzte Wort tatsächlich noch nicht gesprochen. „Wenn es was zu vermelden gibt, dann werde ich es sein, der das macht“, sagte der Stürmer schon nach dem 1:0 am vergangenen Samstag gegen Hertha und bestätigte damit zugleich ähnliche Aussagen von Arsenals Teammanager Arsene Wenger vom Vortag.

Zwar preschte die Londoner Zeitung Daily Mail am Montag erneut mit der Meldung über eine Einigung zwischen Wenger und FC-Verantwortlichen bei Verhandlungen am vergangenen Freitag in der Rhein-Metropole auf eine Ablöse von 13 Millionen Euro vor. Doch dürfte Podolski bei der Lektüre des Boulevardblattes aus anderen Gründen schwer ins Grübeln geraten: Die Zeitung beschrieb das Foto, auf dem Podolski nach seiner Roten Karte FC-Trainer Stale Solbakken mit einem Griff an den Hals seine vermeintliche Tätlichkeit demonstrierte, mit den Worten: „Ob Wenger solch einen Hitzkopf überhaupt noch will?“

Dieser Vorgeschmack auf Faktenfälschungen und Verunglimpfungen durch die nicht gerade zimperlichen „Beastie Boys“ des britischen Boulevards hat zusammen mit dem Sieg von Podolski-Anhänger Solbakken im Machtkampf mit Finke für den „kölsche Jong“ womöglich genug Gewicht, in beinahe letzter Minute doch mehr aufs Herz als auf die Vernunft zu hören. Eine Rolle rückwärts von Podolski würde zudem perfekt zu den anhaltenden Kapriolen beim FC, der seine Ikone ja immerhin auch mit fünf Millionen Euro jährlich am Dom halten will, passen.

Doch paradoxerweise setzte Kölns Trennung von Finke Podolski erst recht zwischen alle Stühle, verschärft das neuerliche Chaos doch auch genau jenes Problem, das Podolski in Köln zuletzt am meisten beklagte und den Torjäger vermutlich ins Fußball-Mutterland treibt: sportliche Stagnation. Nach Finkes Abschied ist Solbakken das einzige Mitglied in der FC-Führung mit anerkannter Fußball-Kompetenz.

Angesichts des mangelnden Fachwissens in der Kölner Chefetage erscheint ein Vakuum auf der Schlüsselposition des Sportdirektors nicht unwahrscheinlich. In jedem Fall stocken die wichtigen Planungen für die neue Saison zumindest vorerst, bis ein neuer starker Mann in Amt und Würden ist. Spekulationen ranken sich vor allem um Kölns demnächst beim Ligarivalen FC Ausgburg austeigenden Ex-Manager Andreas Rettig und den arbeitslosen Ex-Nationalspieler Dietmar Biersdorfer (zuletzt Red-Bull-Fußballchef).

Somit kann niemand weit und breit Podolskis Zweifel an einer erfolgreicheren Zukunft in Köln zerstreuen. Selbst die Suche des FC nach einem Nachfolger für den zurückgetretenen Präsidenten und Weltmeister Wolfgang Overath dauert trotz der Einschaltung von Headhuntern nun auch schon länger als vier Monate.

sid

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