England scheitert im Elfmeterschießen

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Torhüterin Celine Deville (r.) im Getümmel

Leverkusen - Englands Fußballerinnen tun es den Männern gleich und scheitern im Elfmeterschießen. Frankreich hat indessen die Niederlage gegen Gastgeber Deutschland gut verdaut.

Die Französinnen sind nach einem Elfmeterkrimi erstmals ins Halbfinale einer Frauen-WM gestürmt. Im ersten Viertelfinale setzten sich Les Bleues in Leverkusen verdient mit 4:3 im Elfmeterschießen gegen Vize-Europameister England durch und treffen am Mittwoch (18.00 Uhr) in Mönchengladbach auf den Gewinner des am Sonntag stattfindenden Duells zwischen Vize-Weltmeister Brasilien und Olympiasieger USA. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 (1:1, 0:0) gestanden. Faye White versagten am Ende die Nerven, so dass die Three Lions damit weiterhin seit 37 Jahren auf einen Erfolg gegen die Französinnen warten.

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Jill Scott (59.) hatte England überraschend in Führung gebracht, Elise Bussaglia traf zum Ausgleich (88.). Die Equipe Tricolore, die am Dienstag in Mönchengladbach gegen die deutschen Weltmeisterinnen 2:4 den Kürzeren gezogen hatte, dürfte allerdings in der Verfassung des Spiels gegen die Britinnen nicht chancenlos in der Vorschlussrunde sein. Das Team zeigte große Moral und hätte vor dem Elfmeterscheißen schon für die Entscheidung sorgen müssen.

Die Equipe Tricolore, die am Dienstag in Mönchengladbach gegen die deutschen Weltmeisterinnen mit 2:4 den Kürzeren gezogen hatte, war über weite Strecken spielbestimmend, ging allerdings mit ihren Chancen zu leichtfertig um.

Für die erste Aufregung im Viertelfinale sorgten vor 26.395 Zuschauern in der Leverkusener WM-Arena die Engländerinnen. Nach 15 Sekunden wurde Torjägerin Kelly Smith steil geschickt, sie spielte Torhüterin Celine Deville aus und schoss auf das leere Tor, doch wurde ihr Versuch von Innenverteidigerin Laura Georges noch abgeblockt.

Danach nahmen die Französinnen, die mit fünf Spielerinnen von Champions-League-Sieger Olympique Lyon in der Anfangsformation angetreten waren, allerdings das Heft in die Hand. Die Spielerinnen von Trainer Bruno Bini war technisch weit überlegen. Angetrieben von den Spielmacherinnen Camille Abily und Louisa Necib wurde ein Angriff nach dem anderen von Frankreich initiiert.

Die Britinnen wirkten hölzern und statisch, die Abwehr hatte vor allem mit der quirligen Angreiferin Marie-Laure Delie ihre liebe Mühe. Die 23-Jährige aus Montpellier stellte die englische Elf immer wieder vor große Probleme. Sie war ein steter Unruheherd.

Zudem versuchte Frankreich immer wieder durch Fernschüsse zum Erfolg zu kommen. Abily (4.) schoss aus 25 Metern über das Tor, Gaetane Thiney (25.) fand aus 17 Metern in Keeperin Karen Bardsley ihre Meisterin. Necib (30./37./65.) versuchte es ebenfalls aus der Distanz, allerdings ohne Erfolg. Delie (48.) vergab freistehend.

Die Offensivaktionen der Three Lions waren lange ohne Überraschungsmoment vorgetragen. Mit „kick and rush“ wurde operiert, dabei mit Pässen in die Tiefe immer wieder Kelly Smith gesucht. Die Abwehr Frankreichs stand allerdings sicher. Das Gros der englischen Elf bildeten Spielerinnen aus Everton und Arsenal. Jill Scott erlöste ihre Mannschaft mit dem Tor zum 1:0.

Die Mannschaft von der Insel war sehr mäßig ins Turnier gestartet und hatte sich erst am letzten Vorrundenspieltag durch ein 2:0 gegen Japan aufhorchen lassen.

Die Bestnoten bei Frankreich, das in der Verlängerung klar tonangebend war, verdienten sich Camille Abily und Marie-Laure Delie. Aufseiten der Engländerinnen gefielen Torschützing Jill Scott, die laufstarke Ellen White und Torhüterin Karen Bardsley.

sid

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